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 Ausbildungseinrichtungen Luftwaffe
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26.03.2021 22:03
Unteroffizierschule der Luftwaffe Appen Antworten

Luftwaffenkaserne wird nach „Landshut“-Piloten benannt

In den kommenden Monaten sind zahlreiche Namensänderungen in den Einrichtungen der Teilstreitkraft vorgesehen.
Ziel sei es, die eigene Geschichte und Tradition seit Gründung der Bundeswehr im Jahr 1956 in den Fokus zu stellen.
Von der Wehrmacht möchte man sich damit indes weiter distanzieren.

Die Unteroffizierschule der Luftwaffe im schleswig-holsteinischen Appen erhält einen neuen Namen. Das will der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, den Soldaten in einem Tagesbefehl am Freitag mitteilen, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt. Demnach wird die Einrichtung in „Jürgen-Schumann-Kaserne“ umbenannt.
Da sie derzeit den Namen eines hochrangigen Wehrmachtoffiziers- und -piloten, Hans-Joachim Marseille, trägt, hatten die Angehörigen der in Appen ansässigen Kaserne im vergangenen Jahr einen Prozess zur Namensfindung initiiert und ihren Vorschlag dem Luftwaffenchef nach Berlin übermittelt.

Mit der Umbenennung, die noch in diesem Jahr vollzogen werden soll, wolle man sich weiter von den Schreckenstaten der Wehrmacht distanzieren.

Luftwaffe will eigene Geschichte stärker in den Fokus rücken
Der Appener Namensgeber Hans-Joachim Marseille trug in der NS-Zeit den Beinamen „Stern von Afrika“ und galt als einer der gefürchtetsten deutschen Jagdflieger. Anlässlich seines 101. Luftsieges verlieh ihm Adolf Hitler das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, wie die Deutsche Wochenschau im Juni 1942 berichtete. Die Kaserne in Appen trägt den Namen des ehemaligen Wehrmachtspiloten seit 1975.

Nun soll bei der Luftwaffe die eigene Geschichte stärker in den Fokus gerückt werden. „Vergangenes Jahr haben wir uns mit der Traditionspflege in der Luftwaffe das Ziel gesetzt, die eigene Geschichte ab 1956 stärker als den zentralen Bezugspunkt unserer Tradition herauszustellen“, heißt es in dem Tagesbefehl des Inspekteurs der Luftwaffe.

Der neue Namensträger der Kaserne, Jürgen Schumann, war Starfighter-Pilot und Hauptmann in der Luftwaffe. In Appen habe er damals seine fliegerische Ausbildung begonnen. Nach seiner Dienstzeit flog er als Pilot bei der Lufthansa. Als Kapitän der „Landshut“ wurde er bei der Entführung des Flugzeugs am 16. Oktober 1977 von den Geiselnehmern erschossen.

„Er hat sein Leben vor das seiner Passagiere gestellt, als er versuchte, mit den Geiselnehmern zu verhandeln und den Behörden Informationen über die Anzahl der Geiselnehmer zu geben“, heißt es in dem Befehl des Inspekteurs weiter. Der Mut sei beispielgebend und solle deshalb als traditioneller Eckpfeiler in der Luftwaffe Einzug finden. „Die Luftwaffe ist bestrebt, die Kaserne noch in der zweiten Jahreshälfte umzubenennen“, sagt ein Sprecher der Luftwaffe. Geplant sei ein militärischer Appell, der nur möglich ist, wenn es die Corona-Situation zulasse.


Zusätzlich wurden in der Luftwaffe etliche weitere Namen vergeben, um etwa an Helden im Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu erinnern oder eigenen Soldaten nach Gründung der Bundeswehr im Jahr 1956 zu gedenken. So wird das zentrale Lehrsaalgebäude in Appen nach Karl Laabs neu benannt. Im zweiten Weltkrieg rettete er viele polnische Juden. In der israelischen Gedenkstätte „Yad Vashem“, wird Karl Laabs als einer von wenigen Deutschen als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Auch dieser Vorschlag sei von der Unteroffizierschule gekommen.

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