Die Armeefliegerkräfte blieben ein Teil der LSK. Auch wenn sie formal den Landstreitkräften unterstellt wurden. Daher platziere ich den Beitrag unter "LSK". Armeefliegerkräfte waren die Kampfhubschrauberverbände.
Die Aufstellung der Armeefliegerkräfte begann mit Aufstellung des damaligen Hubschraubergeschwader 54. Dieses war damals neben dem HG-34 dem Chef Hubschrauberkräfte beim Chef LSK im Kdo LSK/LV unterstellt. Anfang der 80ger Jahre folgte die Aufstellung des FOFAFK = Führungsorgan der Front-und Armeefliegerkräfte. Im Kern aus dem Personal der B/A/D des Kdo LSK/LV, die bereits für die Führung und Sicherstellung der Hubschrauberkräfte zuständig waren. In diesem FO konnten dann das Kampfhubschraubergeschwader KHG-57 Basepohl und KHG-67 in Cottbus aufgestellt werden. Beide Geschwader mit je 2 Staffeln. In der Folge 1 Staffel Mi-8T und 1 Staffel Mi-24. Dem folgte ab 1983 gedeckt die Aufstellung der 3. Staffel aus Mi-8 und Mi-2 für Aufgaben der Aufklärung u. Führung. Ab 1984 ergänzt um Mi-9 als fliegende Führungstellen. Das KHG-57 flog operativ für die 5. Armee (NVA). Das KHG-67 flog operativ für die 3. Armee (NVA). Zentral geführt durch Gefechtsführungszentrum (GFZ) im Kdo LSK/LV und vor Ort im Feld durch Gefechtsführungsgruppen (GFG) aus Offz. des FOFAFK und der Landarmeen. Bedeutet: Im Einsatz hatte der Führungspunkt des FOFAFK eigentlich nichts mehr mit den im Einsatz befindlichen Hubschraubern zu tun. Ab 1984 begann die Aufstellung der Dienstposten "Chef Armeefliegerkräfte" im Kdo LasK und im MB-3 und MB-5 für 3. und 5. Armee. Nachfolgend dann die schrittweise Überführung der KHG in Unterstellung zu den LasK. Diese Unterstellung betraf aber nur den operativen Bereich. Denn für Bewaffnung, Instandsetzung, Garantie, Flieg. Ausbildung etc. blieb das Kdo LSK/LV bzw. in dessen Auftrag das FOFAFK/FOFMTFK zuständig. Im Zusammengang mit Bildung Chef Armeefliegerkräfte der NVA Landarmeen erfolgte die auch die Bildung von VGS = Vereinte Gefechtsstände FK/TLA. VGS FK/TLA 3.Armee = "Juwel"... später "Lokon" in Leipzig VGS FK/TLA 5. Armee = "Hallenturnier".... später " Konsol" in Neubrandenburg. Neben dieser stationären Variante war auch eine Feldvariante im Einsatz.
Bei der Gelegenheit fällt mir eine Diskussion zu einem aufgefundenen VGS der 3. Stoßarmee der GSSD ein. Vergleichbare Diskussionen zu den VGS der NVA fehlt vollkommen. Wer Wo Was und Wie ???
Mit Unterstellung zu den LaSK änderten dich dür die Geschwader die Takt. Bezeichnungen: KHG-57 Basepohl wurde KHG-5 der 5. Armee ( Landschaftsgärtner) mit Geschwadergefechtsstand ( Leidensweg ) KHG-67 Cottbus wurde KHG-3 der 3. Armee. ( Glasfaser ) mit Geschwadergefechtsstand ( Paßkontrolle)
Kurz darauf erfolgte die Ausgliederung der jeweils 3. Staffel als selbständige Staffeln der Führung und Aufklärung: HSFA-5 Basepohl = Tariflohn mit Führungspunkt (Reithose) HSFA-3 Cottbus = Bohnerbürste mit Führungspunkt ( Ofenrohr )
Dann erfolgte Neuaufstellung der 3. Staffeln der KHG, ebenfalls mit Mi-24 ausgestattetet.
Soweit ein kleiner Exkurs. Da die Geschwader und Staffeln im Einsatz operativ unterwegs waren, wie und wo waren dann deren Gefechtsstände /Führungspunkte.?
Die Strukturen der AFK gab die Sowjetarmee vor. Speziell der Oberkommandierende der Truppen (Front) legte fest mit welchen Kräften er den Kampf gestalten will. Dabei ist zu berücksichtigen, die NVA AFK waren auch nur ein Teil der (NVA) Armeen und nur in diesen Handelnder. Dieser Fakt auch ersichtlich an den DDR-Tarnnamen. Aber in Übungen und nachträglich in Dokumenten archiviert: Die Zusammenführung der Kampfhubschrauberkräfte unter einheitlicher Führung des Chef Fliegerkräfte der Front. Dieser Umstand ersichtlich in den Umstrukturierungen der HSK in der GSSD. Unter anderem mit der Zusammenfassung von sst. Staffeln der Divisionen zu zentralisierten Geschwadern. Dieser Schritt ging auch an NVA nicht vorbei. Da 1988 beginnt konnte die Struktur im NVA Bereich nicht mehr greifen.
Auch in NVA waren Staffel mit Mi-24 für Divisionen vorgesehen. Zuerst für die Panzerdivisionen um die Schlagkraft der Stoßkräfte zu erhöhen und gegnerische Panzerverbände im Vorfeld auszuschalten. Für PzDiv Torgelow war im Plan der FP Basepohl.... Für PzDiv Dresden war im Plan der FP Cottbus....
Jeder Staffel war ein 1. Einsatzflugplatz zugewiesen, der bei höheren Stufen zu beziehen war und im Feld-Bereitstellungsraum der Division lag. Einsatzführung oblag auch hier einer Gefechtsführungsgruppe vor Ort. Die im Falle der Vorwärtsbewegung (Angriff) der Division per Mi-9 die Einsätze koordinierte.
Das wäre eine harte Nuß für NATO-Verbände geworden wenn Mi-24 den östlichen Stoßkräften den Weg frei gekämpft hätte
Wir haben jetzt ein GVS-Dokument aus einem Einsatzkoffer ZWGS (HFS) in dem zum Thema Flugsicherung bereits die Kampfhubschrauberstaffeln für JEDE NVA Land-Division mit höheren Stufen der GB ( aktiv) ausgewiesen sind. Insoweit sehe ich dann die einstigen Beiträge von WS dazu als zutreffend an. Diese Struktur war nicht nur Planung, sondern bereits Realität.
Dazu ergänzend. Bisher bei Historikern wohl nicht bekannt. Das Hubschrauberausbildungsgeschader-35 ( HAG-35) in Brandenburg ging bei höheren Stufen GB aus Unterstellung OHS heraus und wurde Teil der Armeefliegerkräfte. Das Geschwader handelte vom Manöverflugplatz mit 6 Staffeln. Jede Staffel vom Einsatzflugplatz. 1 HS-Staffel für 1. MSD 1 HS-Staffel für 4. MSD 1 HS-Staffel für 7. MSD 1 HS- Staffel für 8. MSD 1 HS-Staffel für 9. MSD 1 HS-Staffel für 11. MSD
KHG-5 war Teil Einsatzformat der 5. Armee und flog in der Regel für 9. PD. KHG-3 war Teil Einsatzformat der 3. Armee und flog in der Regel für 7. PD.
Immerhin blieb auch der Anteil Flugsicherung und Wetterberatung der Armeefliegerkräfte in den Händen der LSK/LV. Bedeutet, die beiden KHG verfügten über Fernmeldeverbindungen zu den GS-31 und GS-33 sowie zur VHZ-14. Ohne Genehmigung der VHZ-14 hob kein Hubschrauber ab. Zur Einsatzführung erhielten die VGS FK/TLA die Luftlage mittels System MIDA32 vom GS-31 bzw. GS-33 übermittelt- ZGS LSK/LV übertrug MIDA-Luftlage zum VGS FK/TLA im Kdo LaSK. Denn das war ein Element der Besonderen Gruppierung Berlin.
So ein VGS hatte Personalbestand von 5 Offz/ 4 BU. War also schmal aufgestellt.
Die NVA HS-Flugplätze waren analog den anderen Flugplätzen mit FMP/NMP ausgestattet. Bei den Freunden war eine etwas andere Ausstattung. Enige FP der GSSD verfügten vorgelagert in Westrichtung ( bis 10km) vorbereitete Stellungen der Hubschrauberleitstelle. Die war dann in einer P-40 integriert. Ich erinnere mich an Nohra, als uns diese Art der Verlegung vorgeführt wurde. Die HLst stand auf einem Hügel in der Nähe der Fernverkehrsstrasse Richtung Erfurt. Aufgabe war, den Luftraum um Erfurt zu umfliegen und die HLst lenkte die HS unter Berücksichtigung des Flugverkehrs vom/zum Erfurter Flughafen. Hintergrund war wohl die andere Organisation der Flugsicherung bei der GSSD. Bei der die Flugplätze der LSK/LV und Zivilflugplätze der Region zu den Heeresflugplätzen unzureichend in das Flugsicherungsnetz eingebunden waren. Bei uns meldeten die Tower der HG jeden Start/jede Landung/ jede Platzrunde an jeden nächstgelegenen Flugplatz-Tower und zur VHZ-14. Bei GSSD flogen die HS einfach los und eine kleine Koordinierung ging nur zum Vorgesetzten ( Bsp. OPZ der Armee). Darum brauchte GSSD dann vorgelagerte Leitstellen um Flugvorfälle auszuschließen.
Ich täte gern HAG-35 als HG-35 etwas mehr beleuchten. Das Geschwader hatte von FP Brandenburg auf einen Manöverflugplatz zu verlegen und dort war durch FTB-35 ein Landesystem OSP(k) für Hubschrauber zu entfalten. Dem FTB war ein NF-Zug (NF= Nachrichten u. Flugsicherung) für dem Manöverflugplatz unterstellt. Die typische Anordnung war: SKP mit extra R-845, APM90 und in der Fluglinie ARP 11+PAR 9+KNS 4.
Jede der 6 Hubschrauberstaffeln der MSD hatte auf dem Einsatzflugplatz zur Verfügung:ARP 11+PAR-9 plus R845 und daneben R809 sowie eine R142.
Jede der 6 Staffeln hatte zudem Teile des FTB vor Ort, wie je 1 NF-Zug. Dabei war zu beachten, dass der NF-Zug der 5. HS erst mit Mob aufgestellt wurde.
Oberst a.D. Dieter Kulitzscher Vom Jagdflieger zum Chef Armeefliegerkräfte des Militärbezirkes III
Dieter Kulitzscher (Jahrgang 1939) beendete die Schule mit erfolgreich bestandener Abiturprüfung in Leipzig 1957, ab 1. August begann er als Offiziersschüler der Luftstreitkräfte der NVA und wurde am 1. Dezember Flugschüler. Nach zweijähriger Ausbildung auf der Jak-18 und MiG-15 erfolgte die Ernennung zum Unterleutnant. Sein fliegerisches Können trug wesentlich dazu bei, dass er ab 1. De-zember 1959 als Fluglehrer zum FAG-3 (Fliegerausbildungsgeschwader) Rothenburg versetzt wurde. Am Anfang seiner Laufbahn erwarb er weitere fliegerische Qualifizie-rungen auf den Flugzeugtypen MiG-15 und MiG-17. Ab September 1964 erfolgte die Umschulung auf MiG-21F13 und MiG-21U sowie die Erlangung der Leistungsklasse 1 für Flugzeugführer.
Dabei verlief auch seine militärische Laufbahn über Ketten- und Staffelkommandeur und ab 1967 als Kommandeur des JAG-15 (Jagdfliegerausbildungsgeschwader) "Heinz Kapelle" planmäßig.
In der Zeit vom September 1970 bis August 1973 studierte Dieter Kulitzscher an der Militärakademie "Friedrich Engels" in der Sektion Luftstreitkräfte/Luftverteidigung und wurde nach erfolgreichen Abschluss wieder als Kommandeur des JAG-15 eingesetzt.
Er verbesserte laufend seine fliegerischen Fertigkeiten, so war es fast folgerichtig, das er im Jahr 1977 den Ehrentitel "Verdienter Militärflieger der DDR" erhielt.
Aber wie das so im Leben auch gehen kann, bei der jährlichen flugmedizinischen Untersuchung kam das AUS als Jagdflieger. Trotz weiterer Untersuchungen bis hin zum Test in der Zentrifuge (Kosmonautentraining), die alle gut bestanden wurden, blieben die Ärzte skeptisch und erlaubten den weiteren Einsatz als Jagdflieger nicht mehr. Dieter Kulitzscher, der sportlich immer aktiv unterwegs war, besonders mit in der 100-m-Staffel viele Siege eingefahren hatte, musste sich neu orientieren und eine Entscheidung zwischen Transportflieger oder Hubschrauberführer treffen. Er entschied sich für die Umschulung auf Kampfhubschrauber der Typen Mi-8 und Mi-24, gleichzeitig erfolgte die Versetzung zum Kdo. LSK/LV. Im Kdo LSK/LV bereitete er den gedeckten Aufbau der Armeefliegerkräfte mit vor. Der gedeckte Aufbau erfolgte im Rahmen des FOFAFK.
Dieser Weg war kein leichter, denn es ist nicht so leicht von einem stabilen Fluggerät auf ein ziemlich unstabilen "Flugapparat" umzustellen. Doch auch diese Aufgabe meisterte Dieter Kulitzscher gut.
1983 wurde Dieter Kulitzscher in Vorbereitung der Übergabe KHG-57 und KHG-67 (zu den MB) zum Kdo. Landstreitkräfte versetzt. Dort war bereits GM Büttner, der vom Kommandeur FOFAFK zum Chef Armeefliegerkräfte Kdo LaSK umbesetzt wurde. Er setzte Dieter Kulitzscher dann als ersten Chef Armeefliegerkräfte MB-III ein. Mit Wirkung vom 01.11.1984 erfolgte die Unterstellung des KHG-67 zum neu gebildeten Chef Armeefliegerkräfte in die Struktur des Militärbezirk-3 ( MB-3)/ 3. Armee NVA. Zum 01.12.1986 wurde das KHG-67 als Kampfhubschraubergeschwader-3 ( KHG-3) umstrukturiert unter gleichzeitiger Gliederung der 3. Staffel als HSFA-3 ( Hubschrauberstaffel der Führung u. Aufklärung-3). Das Fliegertechnische Batallion-67 ( FTB-67) wurde zum FTB-103.
Mit den Worten "Flieger, Flak und Feuerwehr gehören nicht zum Militär" begrüßte Generalmajor Gräz seinen neuen Chef AFK. Danach sagte er ihm aber auch gleich, wie sehr er sich freue , das er nun neben Panzern, Raketen und Artillerie auch Hubschrauber in seinem Kampfbestand habe. In der Zeit bis 1989 erfolgten viele Einsätze und Übungen, bei denen das Zusammenwirken, die Einsatzmöglichkeiten und das gegenseitige Wertschätzen immer weiter vertieft und vervollkommnet wurde.
Am 1. Dezember 1989 wurde Dieter Kulitzscher in die Reserve versetzt, da war es leider nur noch ein halbes Jahr (im Juni 1990 wurde die letzte Übung auf dem Truppenübungsplatz Nochten durchgeführt), welches seinem Nachfolger OSL Thomas Spanzel verblieb.
Die neue Waffengattung Armeefliegerkräfte wurde in diesem Jahr nach längerer Vorbereitung geschaffen und Dieter Kulitzscher als erster Chef FK (Fliegerkräfte) im MB III eingesetzt.
Chef Armeefliegerkräfte Kdo LaSK GM Wolfgang Büttner
Am 28. August 1949 wurde er Kursant der Deutschen Volkspolizei. 1949/50 diente er in den VP-Dienststellen Brandenburg, Löbau und Apolda. Von 1950 bis 1952 besuchte er die VP-Offiziersschule Naumburg und 1952 bis 1953 einen Sonderlehrgang in der UdSSR. Anschließend war er von 1953 bis 1954 Flugzeugführer in der KVP-Dienststelle Bautzen II und von 1955 bis 1959 erst stellvertretender, dann Staffelkommandeur im Fliegergeschwader 9.
Im Gründungsjahr der NVA 1956 wurde Büttner Mitglied der SED. Von 1959 bis 1961 war er stellvertretender Kommandeur für Fliegerausbildung und von Dezember 1961 bis August 1968 als Major Kommandeur des Jagdfliegergeschwaders 8 der NVA in Marxwalde. Nach dem Studium an der Militärakademie Friedrich Engels von 1968 bis 1970, das er als Diplom-Militärwissenschaftler abschloss, war er bis 1973 im Rang eines Oberstleutnants Kommandeur des Jagdfliegergeschwaders 2 Trollenhagen. Büttner wurde 1973 stellvertretender Kommandeur für Jagdfliegerkräfte der 3. Luftverteidigungsdivision, 1976 Stellvertreter, dann bis 1981 Leiter der Abteilung Fliegerkräfte des Kommandos LaSK Geltow. Von Dezember 1981 bis August 1983 fungierte er als Kommandeur des Führungsorgans der Front- und Armeefliegerkräfte (FOFAFK) zum Aufbau der Front-und Armeefliegerkräfte der NVA. Von 1983 bis September 1990 wechselte er wieder zum Kdo Lask als Chef der Fliegerkräfte.
Am 27. Februar 1984 wurde er vom Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, Erich Honecker, zum Generalmajor ernannt. GM Büttner wurde am 30. September 1990 aus der NVA entlassen.
KHG-3 und KHG-5 waren nur der Beginn der Aufstellung schlagkräftiger Kampfhubschraubertruppen. Dem folgte die Aufstellung von 6 weiteren sst. Hubschrauberabteilungen der operativen Land-Divisionen.
Für den Entwicklungszeitraum 1985 bis 1990 stand für den Bereich der Armeefliegerkräfte die Anzahl der Hubschraubereinheiten in Ergänzung zu den bestehenden KHG-3 und 5 umzusetzen..... Analog der sowjetischen Streitkräfte forderte der Oberkommandierende der GSSD/ 1. Front die Aufstellung von zwei Hubschrauberstaffeln der Führung und Aufklärung... das ging ja noch klar durch Ausgliederung von je 1 Staffel bei KHG-3 und 5....
Weiterhin waren jedoch aufzustellen.... 6 selbständige Hubschrauberabteilungen für die Divisionen der ständigen Bereitschaft.... (zusätzlich zu den KHG..)... Das hätte zur Folge.... analog GSSD.... in der Nähe einer jeden NVA Division einen Flugplatz entwickeln, betreiben und je 1 Hubschrauberabteilung zu stationieren.... durch die Wende kams nicht mehr dazu..... zumal auch die GSSD Ende der 80ger wieder zurück ruderte.... ihre Divisionshubschrauberkräfte als selbständige Einheiten auflöste und zusätzliche armeebezogene Kampfhubschraubergeschwader aufstellte...
Aber.... wir hätten unter den geplanten Bedingungen 6 neue Basierungen gehabt..... jeder Basierung mit Flugsicherungsverbindungen ausstatten müssen, sowohl zur VHZ Wünsdorf- als auch zu den nächstgelegenen Flugplätzen....plus Flugwettermeldungen.... etc etc... 1990 wäre in dieser Beziehung reich an Neuen Nachrichrenverbindungen geworden....
Thomas Bußmann im Buch über die Flugplätze der DDR Seite 95. Zum FP Cottbus. Auszug aus GVS Dokument...
a) "Die Nutzung der Flugplatzes im Kriege durch Jagdflugzeuge wird nicht in Frage gestellt." = KHG verlegt.
b)"... Zeit bis 1985 .... Unterbrigung von ca.1000 Mann und 44 Hubschrauber..." = 1 Geschwader = KHG-3
c)" ....Zeit 1985 bis 1990 wird auf dem Flugplatz Cottbus der Bestand der Hubschrauberkräfte von 3 auf 6 Staffeln anwachsen, d.h. von 44 auf 80 Hubschrauber mit einem Personalbestand von ca. 1700 Mann..."
Hier gehts dann um die notwendigen Baumaßnahmen für Dezi-Räume, SLB, Unterkünfte...
d) "... die bis 1990 für die Armeefliegerkräfte vorgesehenen HS noch nicht der endgültige Kampfbestand sein wird und möglicherweise weiter anwachsen kann...."
Klar, die Perspektivzeiträume bis 1995 und 2000 waren noch nicht in der Pipe. Ausbau Cottbus mit einer Ballung ala Stendal. Gut Nacht Cottbus mit dem geblubber von eventuell mal 100 Mi-24. Dann hätte sich die Stadt glatt das JG zurück gewünscht.
Handelt es sich somit um Ansiedlung der zusätzlichen Divisions-HS-Abteilungen auf den Plätzen der KHG. Wobei in Cottbus begonnen wurde. Mit den entsprechenden "Erst-Einsatz-Dezi-Plätzen " Nahe der Divisionen. Der letzte Absatz des Dok-Auszuges sagt ja weitere Untersuchungen aus und ggf. andere Stationierungsvarianten im Süden. Unter diesem Gesichtpunkt halte ich eine Aktivierung der Baumaßnahme Flugplatz Eppendorf für die HS als höchst wahrscheinlich.
Weiter heisst es auf Seite 97: ".... am 21. März 1986 vom MfNV bestätigte Entscheidungsvorlage.... nur noch 4 Staffelbereiche ausbauen..." Ging dabei um Deckelung Bauinvestitionen. Weiter auf Seite 98: "... um die 1989 geninnende Aufstellung einer weiteren Kampf-Hubschrauberstaffel (12xMi-24P) abzusichern, wurden als Übergangslösung eine alte hölzerne Unterkunftsbaracke instandgesetzt und ein Raumzellenkomplex gegenüber der Flugplatzfeuerwehr errichtet"
Das wäre dann nach Aufstellung eine sst. Staffel der Division geworden. Irgendwie hatte das keiner so richtig mitbekommen- noch ne Staffel mit 12 HS.
Bereits in der Aufstellungsphase mit dem Zwischenspiel als KHG-57 stand die Aufgabe des Zusammenwirkens mit den Panzern T-72 der 9. PD. In der Phase als KHG-57 unter Führung des FOFAFK war eine rege Übungstätigkeit angesetzt um Erfahrungen im Zusammenwirken zwischen den Kampfhubschraubern und den Panzertruppen zu sammeln. Insbesondere galt es auch die Gefechtsführungsgruppe (GFG) im Kampfgebiet herauszubilden. Da die GFG die Aufgabe einer Hubschrauberleitstelle hatten und für die punk-und zeitgenaue Einführung der Kampfhubschrauber in die Kampfzone erfüllen mussten, hatten sie gleichzeitigen Funkkontakt zu den Hubscbraubern und dem Kommandopunkt der Panzer. Schon in dieser Zeit kristallisierte sich heraus, die neuen KHG waren (fast) nur Partner der beiden Panzerdivisionen und hatten nur mit MSD zu tun wenn diese zusammen mit der Panzertruppe handelte.