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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 86 mal aufgerufen
 KNZ = Nachrichtenzentrale "Visa"
Uwe P. Offline



Beiträge: 42
Punkte: 70

25.02.2018 12:29
U600/U700 Antworten

In den 1980-ern hatten wir ja schon recht gute Funktechnik. Jeder Posten. Diensthabende Bereitschaftskräfte ohne Telefon u.a. konnte mit dem tragbaren UFT771 ausgerüstet werden und in Fahrzeugen oder auf der Führungsstelle war das leistungsstärkere (bis 40W) UFS772 verbaut. Ich möchte an dieser Stelle das UFT771 vorstellen. Schwachpunkte dieses Geräts waren die Akkus, meist hielten sie die 8h Dienst nicht durch, aber ein zweiter Akkusatz war ja immer „am Mann“. Häufig waren die Geräte auch mit einem roten Gummi gegen das Aufklappen der unten angebrachten Akkuklappe gesichert. Dies führte nämlich zum unbemerkten Verlust der Akkus und damit zum unbemerkten „nicht erreichbar“.
Die Sende- und Empfangsleistung der tragbaren Geräte war mehr oder weniger ausreichend, die fest eingebauten UFS waren richtig gut. Wir hatten auf der FüSt HFS-5 manchmal sogar Funksignale aus entfernteren Orten empfangen. Für bestimmte Abschnitte reichte es locker aus, Reichweiten konnten mit einem Fahrzeug und einem weiteren UFSvergrößert werden.

Hier ein paar technische Daten unserer Handfunkgeräte UFT771. Die UFT721 waren übrigens Geräte für das 2m-Band, die hatten wir auch--- jedoch besonders VP, Reichsbahn etc..

Sendeleistung: 0,5W
Empfindlichkeit: 0,7 Mikrovolt 12dB
Frequenzbereich: 440 MHz - 470 MHz, 70cm-Band
Kanalabstand: 25 kHz
Modulation: G3E (Phasenmodulation)
Nennfrequenzhub: 3kHz
Betriebsart: Simplex FS = FE
Frequenzen: 12 Kanäle bequartzt
K1 = 442,550; K2 = 442,850 - K12 im 25kHz Raster
aufwärts (FG 705)
oder K1 = 442,550; K2 = 443,075 - K12 im 25kHz Raster
aufwärts (FG 706)
Ruf: Eintonruf
Betriebsspannung: 9,6V ; 2 NiCd-Akkus mit 4,8V
Schutzgrad: IP44
Abmessungen:
UFT771 (B/H/T) 90/200/52mm, 0,95 kg;
UBT70.1 (B/H/T) 54/143/57mm, 0,4 kg
Reichweite: bis ca. 5 km
Hersteller: VEB Funkwerk Köpenick, Berlin

Standard-Lieferumfang:
Sende- und Empfangsgerät UFT771
Bedienteil UBT70.1
Stabantenne UAT773
Trageriemen
Batteriesatz 500 mAh, 2 NiCd-Akkus mit je 4,8V
Erzeugnisunterlage
Garantieurkunde
Werkabnahmeprotokoll
Uwe P.

Arno Offline



Beiträge: 84
Punkte: 108

25.02.2018 12:35
#2 RE: U600/U700 Antworten

die U-700 war echt in Fortschritt in Sachen Kommunikation mit fliegenden Führungsstellen. Damit konnte eben die Vermittlung ins Telefonnetz für den Mi-9 Gefechtsstand erstmals ordentlich gesichert werden.

Hirsch Offline



Beiträge: 29
Punkte: 33

25.02.2018 12:37
#3 RE: U600/U700 Antworten

dieses Funksystem von RFT war für die damaligen Verhältnisse doch sehr fortschrittlich.
Das System war in mobil und stationär einsetzbar, sowie in 2 Meter, 4 Meter und 70 Zentimeter unterschieden.
Einzelnen Komponenten waren zueinander kompatibel. Was heute beim Digitalfunk möglich ist, war schon damals in der DDR mit Analogfunk möglich. Einzel- und Gruppenruf, Draht - Funk- Verbindungen, Anrufkennung und ähnliches.
Bereits das Funksystem U 600 war in fast allen Zweigen der Volkswirtschaft bzw. der Landesverteidigung in der DDR vertreten. Der Aufbau und die Wirkungsweise war fast immer gleich und unterschied sich nur in der Vergabe der Funkfrequenzen im jeweiligen Frequenzband.
Das U 700 Gerätesystem wurde Anfang der 80ziger Jahre eingeführt. So u.a. bei der Deutschen Volkspolizei (2m) aber auch bei den GT der DDR (70cm).

Herausragend war damals die Einrichtung einer Überleitstelle in der Funküberwachung des NBA. Diese Überleitstelle konnte Sprechverbindungen von HS-Führungsstelle Mi-9 ins Telefonnetz überleiten. Aber auch von den Mi-8 der Salonversion. GO Reinhold hatte das System vom Hubi aus persönlich getestet.
Für die Version der Mi-9 war dann eine Mi-9 mal 1 Tag auf dem HULAP des Kommando und dann mussten die Verbindungen in den verschiedensten Versionen getestet werden.

Colonel ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2018 12:45
#4 RE: U600/U700 Antworten

Hier war nicht nur Mi-9 der Aufhänger. Sondern auch die Alarmierung der erweiterten Besatzung für die Gefechtsstände des Kommandos.
Was passierte wenn ich Bereitschaft hatte. Zu Hause sitzen und die meiste Zeit sinnlos das Telefon bewachen. Wegfahren ging nicht und mal 10 Minuten um den Block mit der Frau spazieren Bedarf einer telefonischen Info beim OpD des Kommandos.
Mit der Ausstattung mit den Sprechgeräten UFT-721 konnten wir dann sogar im Sommer in den Garten fahren. Der OpD konnte die Alarmierung mittels U700 vornehmen.

Wenn mich nicht alles täuscht war die Antenne von U700 ganz oben auf dem Gitter-Richtfunkturm im Objekt und erreichte uns damit dann sogar in den Gärten in Strausberg/Nord.

Fred Offline



Beiträge: 59
Punkte: 71

25.02.2018 12:46
#5 RE: U600/U700 Antworten

Kurz darauf sollte der GS-31 mit U-700 versorgt werden. Der Vermittlungsplatz sollte als abgesetzter Platz arbeiten- also vom GS-31 aus.
Die Sendestelle und Antennen mussten in RFB-1 Leuthen montiert werden. Verbunden waren beide Stellen: Nutzerplatz + Funkstelle durch eine Modulationsleitung Namens EF15006.
Ich kann mir nicht vorstellen das in dieser Konstellation mit mobilen Geräten in Erdmännchens Garten kommuniziert worden ist. Das sieht auch mehr nach Mi-9 aus.

TESLA Offline



Beiträge: 71
Punkte: 107

31.03.2020 14:45
#6 RE: U600/U700 Antworten

Bei Lage der Antenne auf den Gittermast in Eggersdorf oder Leuthen war Reichweit wohl nicht verwunderlich.

Olli K Offline



Beiträge: 61
Punkte: 97

31.03.2020 14:47
#7 RE: U600/U700 Antworten

Die Einführung des Systemes U 600 erfolgte Ende der 70 er. Es bestand aus einem selektivruffähigem Bedienpult UBP und dem Sender USE 600. Mittels der Geräte UBG (Fernschaltgeber) und UBE (Fernschaltempfänger) könnte der Sender USE 600 mehrere Kilometer vom Bedienpult abgesetzt werden und die Montage an einem für Senden und Empfangen günstigem Standort möglich.

Als Empfänger wurden in der Regel UET 720 eingesetzt. Das waren reine Einkanalempfänger.

Eingesetzt wurde das System auf Flugplätzen und auch im Kdo LSK/LV. Erreicht wurde damit eine bessere Erreichbarkeit des Personales. Es gab diesem auch mehr Bewegungsfreiheit.

Folgende Details sind mir noch bekannt und evt. können wir noch einiges zusammentragen bzw korrigieren...

Karlshagen: Bedienteil beim Diensthabenden und Sender / Empfänger auf dem Küchengebäude

Cottbus: Bedienteil beim Diensthabenden Kdo LVD (?) und Sender / Empfänger auf dem Schlauchturm der Platzfeuerwehr

Trollenhagen: Bedienteil ??? und Sender / Empfänger auf dem Sendeturm Datzeberg. Dieser Ort wird mir in Erinnerung bleiben. Einige Zeit nach der Installation kam es hier zu einem BV bei dem ein Angehöriger des Personales vor Ort Schusswaffen gebrauchte. Evt. hat es der eine oder andere mitbekommen. Wir waren jedenfalls froh nicht mehr vor Ort zu sein. Die Folgen des BV an der dort installierten Technim wurden durch das NFWL 14 beseitigt.

Kdo LSK / LV Eggersdorf: Bedienteil in der Hilfsführungsstelle und Sender / Empfänger im Raum der Funküberwachung im U83 / Antenne auf hinterliegendem Stahlgittermast

Holzdorf: Bedienteil beim Diensthabenden und Sender / Empfänger auf dem Dach des Gebäudes

Drewitz: Bedienteil und Sender / Empfänger in Taubendorf

Preschen: Bedienteil ???? Sender / Empfänger in Döbern

Dresden: Bedienteil und Sender / Empfänger in der Kw Funkstelle in Dresden Bühlau

Marxwalde: ???

Brandenburg: Bedienteil ??? und Sender / Empfänger auf dem Tower

Laage: Bedienteil beim Diensthabenden und Sender / Empfänger auf dem Stahlgittermast neben dem Stab - In Laage wurde das System U-700 installiert!

Eggersdorfer Offline




Beiträge: 79
Punkte: 123

31.03.2020 14:49
#8 RE: U600/U700 Antworten

Eggersdorf kenne ich 2 Varianten:
1x U-600 für OvD/OpD zu Kommunikation im Objekt zu Wache/ Op.Gruppen/ zum Teil Stadtgebiet Vorstadt zu Offz. ohne Telefon als diensthabende Besetzung/DH Chef. Nutzerpult bei OvD im Stabsgebäude und OpD in HFS-5 umschaltbar. Alarmauslösungen erfolgten immer durch den OpD-
Funkstation in FÜ /NBG uns Antenne auf Mast.

1x U-700 für Kommunikation mit Hubschrauber der Führung. Funkstation bei FÜ/NBG und Antenne auf dem Mast. Pult auch bei FÜ und beschalten mit Rufnummer für Gesprächsvermittlung zwischen Hubschrauber (GOR) und Teilnehmer im normalen Fernsprechnetz.
Frag mich nun nicht nach Frequenzen und Reichweiten.
Kam dann noch eine zweite Sende/Empfangsstelle hinzu auf dem Turm Birkholzaue, die dann auch am Pult in FÜ/NBG endete. zur Reichweitenerhöhung.

Wenn ich es noch recht drauf habe, gab es auf FS Turm Alex Berlin eine Retranslationsstelle noch hinzu zur Reichweitenerhöhung.

Ende der 80ger eine U-700 aufgebaut in RFB-1 Leuthen mit Sprechstelle in Kolkwitz GS-31. Auch zur Kommunikation mit Nutzer FührungsHubschrauber.

Amigo Offline




Beiträge: 28
Punkte: 36

31.03.2020 14:51
#9 RE: U600/U700 Antworten

Faulkater hat zu U-600 Daten bereitgestellt:
http://www.faulkater.de/Funk/geraetesystem_u600.htm

Stammgast Offline



Beiträge: 342
Punkte: 534

31.03.2020 14:52
#10 RE: U600/U700 Antworten

Unsere U700 erhielt mit der Umsetzung der Kontrollen militärischer Aktivitäten aus der Akte "Stockholm" dann noch eine besondere Bedeutung. So Ende 80ger war ein Raum oben im Fernsehturm Alex einzurüsten mit einem Repeater für U700 ( Gerät und Antenne) einzurichten um die Reichweite zu erhöhen.
Wenn dann die Kontrollgruppen West mit ihrer NVA-Begleitung in der Luft waren, sollten über diesem Wege die Sprechverbindungen hergestellt werden. Geboren aus dem Dilemma, dass Kontrollgruppen in den Sinn kamen an Orte zu fliegen die im Vorfeld nicht vereinbart waren und nun unsere Offiziere dazu unbedingt Rücksprache halten mussten.
Wurde dann bei uns in der Zentrale mittels dem Überleitplatz zum ZGS oder Gesprächspartner im Stab oder nach Strausberg/Nord MfNV oder Wünsdorf vermittelt.

Selbiger Raum im Alex-Turm war dann auch für die Erweiterung der Flugfunküberwachung mit FRG-88 ( R-863) und Antennen auszustatten

Flugangst Offline



Beiträge: 13
Punkte: 17

31.03.2020 14:54
#11 RE: U600/U700 Antworten

So sah unsere Überleitstation aus. Mit der aufgeschalteten Rufnummer konnten wir alle Funkgespräche weiter vermitteln bzw. auch Anrufe auf dieser Rufnummer zu bestimmten Nutzern durchstellen.
Daher war dies halt der Überleitplatz. Das Teil nannte sich UBZ-75.

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Funkkreis Offline



Beiträge: 12
Punkte: 16

31.03.2020 14:57
#12 RE: U600/U700 Antworten

Bisher war die Nutzung des System 700 mit Fokus auf LSK/LV betrachtet worden. Im Maßstab DDR war das System 700 aber auch zur Sicherstellung des BOS-Funk im Einsatz. So im Gesamtbereich der Unterstellten des MdI und eben auch beim MfS.

Zitat von gestern im Thema RFN

Zitat
Es waren sogenannte 'Kommandosendestelle' der Hauptabteilung III "Funkaufklärung und Funkabwehr" in den 1980er Jahren zu betrieben . Hierbei handelte es sich offensichtlich um ein internes Funkkommunikationsmittel des MfS, mit dem Ziel mobilen Einheiten und Führungssellen schnell Befehle und Anweisungen durch rundfunkartige Aussendung zu übermitteln. Über die hierfür eingesetzte Sendetechnik und genutzte Frequenzen ist nichts Konkretes bekannt. Der Einsatz von vorgenannter UKW-Funktechnik aus Berlin-Köpenick - System U700 - im 2m-Band, ggf. mit höherer Sendeleistung, ist naheliegend. Entsprechend der Lage der anderen 'Kommandosendestellen' auf dem Gebiet der DDR war eine praktische Funkabdeckung zu erwarten. Insofern müssen diverse RFN-Türme diese Mitnutzung aufweisen.



Kommandostellen waren die Führungsstellen hinab bis zur Ebene KD. Diese verfügten über ortsnahe und/oder ortsferne Funkstellen. Ortsfern war dann die Funkstelle über eine MOD-Leitung mit Fernwirk zur Führungsstelle angebunden oder die abgesetzte Funkstelle arbeitete als Repeater zur Erweiterung der Funkstrecke.
Diente halt auch zur Kommunikation im E-Fall zwischen den Führungsstellen- Ausweichführungsstellen und Dislozierungen der Strukturelemente.
Dadurch war der Begriff "Kommandostelle" geprägt.

MMM Offline




Beiträge: 55
Punkte: 95

31.03.2020 14:59
#13 RE: U600/U700 Antworten

Typenschlüssel System 700

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