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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 98 mal aufgerufen
 KNZ = Nachrichtenzentrale "Visa"
Klaus-Peter Offline




Beiträge: 75
Punkte: 107

15.11.2018 23:39
Glasfaser und PCM-Technik Antworten

Diese Üst Eggersdorf und Fürstenwalde stellten Kanalbündel zur Deutschen Post mit analoger Übertragungstechnik sicher.
Ende der 80ger Jahre erfolgte Modernisierung mit Verlegung Glasfaserkabel Eggersdorf 2 zur Üst1 Strausberg sowie Aufbau von PCM-Technik durch Deutsche Post in der Üst.
Nachfolgend dann Inbetriebnahme je einer PCM 120 Strecke Eggersdorf - Strausberg Üst 1 sowie Eggersdorf - Fürstenwalde Üst 2.
Zur Nutzung kam nur eine PCM30, die über diese PCM120 nach Strausberg Üst 1 geführt wurde sowie eine PCM30 Eggersdorf- Müncheberg Üst 1.
Die dann auch mit Einzelkanälen beschalten wurden.
Die Richtung Eggersdorf - Fürstenwalde kam erst bei der Luftwaffe zur scharfen Nutzung.

Diese Technik in Eggersdorf 2 kam dann aber bei der Luftwaffe auf den Müll. Das Glasfaserkabel wurde als einziges Fernmeldekabel durch die Bundeswehr weiter betrieben.
Bzk-271c, BzK-24 usw. traf die Säge im Kabelschacht vorm NBG.

Schmidt Offline




Beiträge: 19
Punkte: 31

15.11.2018 23:49
#2 RE: Glasfaser und PCM-Technik Antworten

Mit der Entwicklung von Lichwellenleiter und der Fernmeldekabel = Glasfasterkabel kamen das optische Übertragungsverfahren statt der bisherigen elektrischen Übertragungsverfahren zur Entwicklung und Anwendung.
In der DDR kamen PCM Technik auf mit 30 Übertragungskanälen = PCM 30.
Die Zusammenfassung von mehreren PCM-30 zu höheren Kanalbündeln wie PCM-120 wurde in der DDR schon gebaut.

In der BRD war die Entwicklung schon weiter.
Auf Basis des PCM-30-Systems und der optischen Übertragungstechnik wurde Anfang der 1970er Jahre in Europa die PDH-Technik (Plesiochrone Digitale Hierarchie) entwickelt.
Dabei werden jeweils vier Signale zu einer höheren Stufe zusammengefasst (gemultiplext). In der ersten Stufe werden vier PCM-30-Signale (2 Mbit/s) zu einem Signal (8 Mbit/s) zusammengefasst. Insgesamt wurden vier PDH-Stufen eingeführt. Der Nachteil ist, dass nur PDH-Signale zusammengefasst und transportiert werden können.
Diese wurden in E-Gruppen eingeteilt.
E0 = der einzelne Übertragungskanal. Eine PCM30 hatte 30x E0... mit 64 kbit/s.
E1 = 30xE0 ergaben eine PCM30 . Eine PCM30 mit 2 Mbit/s war eine E1
E2 = vier Gruppen E1 ergeben eine Gruppe E2. In der DDR noch PCM120 bezeichnet. Mit 8Mbit/s.
E3= vier Gruppen E2 ergeben eine Gruppe E3. = PCM480. mit 34 Mbit/s.
E4 = vier Gruppen E3 ergeben eine Gruppe E4 = PCM1920 mit 139 Mbit/s.
E5 = vier Gruppen E4 ergeben eine Gruppe E5= PCM7680 mit 564 Mbit/s.

Also eine Entwicklung die auch in LSK/LV der NVA Hoffnung auf Kreuz und Querschaltungen von E1 gemacht hätte.
Insgesamt musste bei Leitungsplanung und Netzplanung das bisherige Denkschema ( Leitung, Primärgruppe, Sekundärgruppe ) über Bord geworfen werden.
Das PCM System war dann PDH Technik.
Gleichsam Anwendung auch im Richtfunk. Die DDR verfügte bereits über PCM30 Richtfunk. Also 2 Mbit/s Übertragung.
Die PDH-Richtfunkanwendung mit der Häufigkeit einer FM24/400 im Einsatz wurde dann in den 90ger Jahren die 34 Mbit Strecken. Also 480 Kanäle in einer Richtfunkstrecke. Mit der Einführung digitaler Vermittlungssysteme entfiel das aufdröseln bis zum einzelnen Übertragungskanal. Die 34 Mbit konnte direkt auf das Vermittlungssystem aufgeschalten werden.
Digitale Vermittlungssysteme brachten dann semipermanente Verbindungen mit sich. Mit dem Ergebnis, dass die bisher bekannten Fernsprechstandverbindungen wegfielen. Die Nutzer erhielten Fernsprechanschlüsse von digitaler Vermittlungsanlage und vorprogrammieter Zielrufnummer.
Die Schnelligkeit dieses Übertragungsmediums ermöglichte eine sofortige Verbindungsherstellung. Nutzer 1 hebt Hörer ab und hört sofort das Rufsignal an der Gegenstelle. Prinzip der Direktverbindungen beim AutoFü der Luftwaffe.
Also da wäre LSK/LV auch hingekommen.

Bodo Berlin Offline



Beiträge: 70
Punkte: 110

15.11.2018 23:55
#3 RE: Glasfaser und PCM-Technik Antworten

Aber das Netz benötigte immer mehr Bandbreite.
Ende 1988 wurde die Synchrone Digitale Hierarchie (SDH) weltweit genormt. Mit dieser Übertragungstechnik wurde ein System geschaffen, welches die international unterschiedlichen PDH-Signale transportieren kann. Im Gegensatz zur PDH-Technik erfolgt keine stufenweise Zusammenfassung der Signale zwischen den einzelnen Stufen. Stattdessen werden die Signale transparent in sogenannten “virtuellen Containern“ transportiert. Somit besteht in jeder Stufe ein direkter Zugriff auf die darin enthaltenen Ursprungssignale. Es gibt vier SDH-Stufen, die jeweils ein Vierfaches der Übertragungskapazität zur Verfügung stellen. Die einzelnen Stufen werden als Synchrones Transport Modul (STM) bezeichnet.
STM-1 = 155,25 Mbit/s
STM-4 = 622,08 Mbit/s
STM-16 = 2,488 Gbit/s
STM-64 = 9,953 Gbit/s
STM-256 = 40Gbit/s
SDH fand auch bei Richtfunk Anwendung. Was NVA noch mühevoll mit RVG-961 oder FM 1800 produzierte, waren dann in der Masse STM1 und STM-4 Richtfunkstrecken und im Backbone STM-16 Richtfunkstrecken. Die Sache mit den "virtuellen Containern" war dann doch sehr gewöhnungsbedürftig.
Anschaulich könnten dann STM1 oder STM4 Richtfunk in RFB-2 enden unter Ausführung der PDH E3 unter Weiterschaltung auf 34 MBit Richtfunk zu den Flugplätzen und GS.
So wie das im Prinzip die Luftwaffe mit dem AutoFü Neubau in Ostdeutschland umsetzen wollte, aber durch Truppenreduzierung nicht voll umsetzen konnte.

Etwa 1997 wurden Übertragungssysteme entwickelt, die wieder auf dem Prinzip des Frequenzmultiplex basierten. Allerdings erfolgte die Modulation hierbei im Frequenzspektrum des Lichtes (1.310 - 1.550 nm = 192 - 193 THz), wodurch sehr große Bandbreiten übertragen werden können. Diese Systeme werden als WDM-Systeme (Wavelength Division Multiplex) bezeichnet. Sie können, wie die SDH-Technik, nahezu alle existierenden digitalen Signale transportieren. Heute werden WDM-Systeme eingesetzt, die bis zu 80 x 10 Gbit/s übertragen können.

Wir haben dies alles bei Mobilfunk gebaut. Teams bevorzugt aus gut ausgebildeten NVA-Richtfunkern.

Der Anfang war in LSK/LV für diesen Weg bereits getan. Wollte damit nur aufzeigen, wir waren auf einem guten Weg.

Fred Offline



Beiträge: 59
Punkte: 71

15.11.2018 23:56
#4 RE: Glasfaser und PCM-Technik Antworten

Das Gf-Kabel KK420L kam von Strausberg 1/5 (Bunker) nach Eggersdorf 2. Immer der Hennickendorfer Chaussee entlang.
In dem Kabel waren dann nur 8 Gf-Adern. (?)- ich habe 8 in Erinnerung -
Zum erstaunen der anwesenden Nachrichtentechniker "analog" begann die digitale Zeit.
Vieles musste selbst für Einzelleitungen neu geregelt werden. Bis hin zur Montage VNF-Schrank. Denn die uralt ENF-Schränke wollte niemand im digitalen Zeitalter.

Jens Offline



Beiträge: 151
Punkte: 235

15.11.2018 23:57
#5 RE: Glasfaser und PCM-Technik Antworten

Je 1x PCM 120 nach Strausberg1/5, nach Fürstenwalde2 und nach Strausberg2 (Harnekop) sollten eingerichtet werden.
Aber die Wende machte den PCM-Ausbau zu nichte.
Der gordische Knoten: Die Fernkabel der Post, die auf digital umgerüstet wurden und damit einhergehend entspult werden mussten.
Damit verbunden waren Leitungs-Umschaltungen zur Freischaltung von Primärgruppen oder/und Umschaltungen von Einzelleitungen in Kabelführung zur Freischaltung der Erdkabel.
Denn mit Umbau der Erdkabel auf digital funktionierten dort keine Analogsysteme oder Analogleitungen mehr.
So ein Aufwand brauchte dann natürlich seine Zeit und auch die Endnutzer ließen neue digitale Verbindungen erst einmal Probe laufen um Erfahrungen zu gewinnen.

Landei Offline




Beiträge: 44
Punkte: 64

15.11.2018 23:59
#6 RE: Glasfaser und PCM-Technik Antworten

PCM 12001 Eggerdorf 2-Strausberg 1
PCM 12001 Strausberg 1 - Müncheberg 1
PCM 12001 Strausberg 1 - Strausberg 2
PCM 12002 Strausberg 1 - FFO3 (Harnekop)

In Vorbereitung für Anfang der 90ger
PCM 12001 Eggersdorf 2- Fürstenwalde 2
PCM 12002 Strausberg 1 - Fürstenwalde 2

Hier: PCM 12001 Eggersdorf 2- Strausberg 1 über GF-Kabel KK420L Ader 1+2

An PCM 30 waren schon:

3001 Strausberg 1 - Müncheberg 1
3002 Strausberg 1 - Strausberg 2
3003 Eggersdorf 2 - Müncheberg 1
3004 Eggersdorf 2 - Strausberg 2 ( in Vorbereitung )

Hier: 3003 Eggersdorf- Müncheberg
über: Eggersdorf - Strausberg 1 = 12001 D2/1
Strausberg 1 - Müncheberg 1 = 12001 D2/1

3001 Strausberg 1 - Müncheberg 1 über 12001 D2/2--- belegt mit Miet-Leitungen für LSK/LV

je PCM30 waren ungefähr 13-15 Kanäle beschalten.

Faktisch Testphase.

gerd Offline



Beiträge: 58
Punkte: 70

16.11.2018 09:23
#7 RE: Glasfaser und PCM-Technik Antworten

Wie weit war denn 1989 die der ÜSt2 Fürstenwalde eingebaute PCM-Technik schon in Nutzung? PCM 30, PCM 120, PCM-480-L und PCM 480 steht verbaut da. Soweit ich die Leitungswegen nachvollziehen könnte PCM auch über BzK 31a und BzK32 geschalten gewesen sein. Wer weiß näheres?

Techniker Offline



Beiträge: 55
Punkte: 125

16.11.2018 22:18
#8 RE: Glasfaser und PCM-Technik Antworten

Da liegst du richtig. Die Bzk waren das Übertragungsmedium. Hier war die Üst2 dann auch wieder eine Post Üst.
Aber vorher war diese Bzk von analogen TF und NF-Leitungen frei zu schalten. Daher ging alles nur in Etappen. Ein Bzk frei schalten das andere und weitere Kabel mussten zusätzliche Verbindungen aufnehmen und das bei dem bereits hohen Beschaltungsgrad.
Dann die PCM auf einem Bzk einrichten und unter Freischaltung des anderen Bzk die PCM beschalten.
Schlecht war die Situation mit Primärgruppen zum Bunker Müncheberg.
Parallel auch LWL neu. Eggersdorf war abgeschlossen und meines Wissens Füwe fast. und Strausberg - Müncheberg 1 war fertig.
Aber die Projektverantwortlichen Manne und WS wissen sicher mehr dazu.

Skater Offline



Beiträge: 32
Punkte: 36

17.11.2018 18:55
#9 RE: Glasfaser und PCM-Technik Antworten

Also waren wir voll an der Verbesserung der Qualität an Nachrichtenverbindungen dran. PCM- Kabel und PCM Richtfunk. Das war sicher zu der Zeit kaum zu toppen.

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