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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 201 mal aufgerufen
 Flugsicherung
Andy Offline




Beiträge: 279
Punkte: 419

15.11.2017 23:04
Peilerpunkt Antworten

Andy schrieb:
Der Peilerpunkt ist eigentlich von der Lage her der schwierigste ... der Funkpeiler wurde in dieser Zeit sehr variabel betrieben. So zum Beispiel im Platzbereich entfaltet, auf dem 1000 m Punkt oder auch in einer Entfernung von etwa 3500 zur Bahn in der Hauptlanderichtung.

Die Aufstellung eines mobilen Peilers im Platzbereich war meißt bei den Feldflugplätzen üblich. Der Standort 3500 m von der Bahn entfernt, war eigentlich der in den 70ern / 80 ern übliche.
Vom technischen her ist es für den Funkpeiler am wichtigsten möglichst frei zu stehen. So soll z. B. im Umkreis 50 m alles frei sein, im Umkreis 100 m kein Bewuchs > 3m und keine befahrene Straße, im Umkreis 500 m kein Wald > 5 m ...
Also ein schweres unterfangen einen passenden Platz zu finden. In Holzdorf war der Funkpeiler bei etwa 3500 m im Wald entfaltet. Nach ersten Testflügen musste dann noch einiges abgeholzt werden um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Störend konnte auch schon ein hoher Maschendrahtzaun sein ...

Welche Techniken wurden verwendet?

In den Anfangsjahren spricht man vom Funkpeiler Пеленгатор ПKB-45 - ein Kurzwellenpeiler. Details unter http://forum.valka.cz/viewtopic.php/t/79...diovy-zamerovac. Im weiteren vom Пеленгатор ДФГ 26/4. Ein aufwändiges Sytem mit 4 Masten. Ob sich soetwas bei den GSSD befunden hat ????

Mit sicheren Informationen geht es aber weiter. Ab Anfang / Mitte der 50 er stand der автоматический Радио Пеленгатор АРП-5 - Funkpeiler ARP 5 zur Verfügung. Bestückt mit der Funkstation R-800 arbeitete dieser jetzt im UKW Bereich (100-150 MHz).
Details und Bilder unter http://forum.valka.cz/viewtopic.php/t/35...diovy-zamerovac.

Dem ARP 5 folgte mitte der 60 er der автоматический Радио Пеленгатор АРП-6 - Funkpeiler ARP 6. Dieser arbeitete zuerst mit den Funkstationen R-801 und in späteren Modikationen mit den Funkstationen R-802. Frequenzbereich ebenfalls 100-150 MHz). Im gegensatz zum ARP 5 waren mit diesem 2 Peilungen gleichzeitig möglich.
Details unter http://forum.valka.cz/viewtopic.php/t/81436

Bild eines entfalteten ARP 6 auf dem Platz http://s017.radikal.ru/i414/1111/f6/c75f88144724.jpg

Produziert wurden auch noch ARP 7, 8 und 9. Der ARP 9 war z. B. ein UKW Peiler auf Kfz UAS. Über die Verwendung dieser Peiler bei den GSSD liegen mir keine Hinweise vor. Bei der NVA kann sie ausgeschlossen werden.

Eine kurze Episode bildete der Радио Пеленгатор АРП-10 - Funkpeiler ARP 10. Dieser arbeite nur im DM Bereich. In der NVA waren diese Peiler zwar vorhanden, wurden aber quasi nie echt eingesetzt. In den achzigern wurde diese dann abgerüstet und die Kfz als Werkstattwagen umgerüstet. Da sich dieser Peiler nicht durchsetzte, sind keine weiteren Infos zu finden.

Letzter im Bunde und aus den 80 ern ist der Радио Пеленгатор АРП-11 - Funkpeiler ARP 11. Hierbei handelt es sich um einen voll mit IC / Transistoren bestückten Funkpeiler im UKW/DM Bereich. Bestückt mit der Funkstation R-863. Die Anzeige des Peilwertes erfolgte mittels Digitalanzeige. Bilder und Details unter http://forum.valka.cz/viewtopic.php/t/38...diovy-zamerovac

Hinsichtlich der Unterbringung auf den Plätzen lässt sich alles analog der Thematik NMP/FMP betrachten. Bei den GSSD erfolgte die Nutzung der mobilen Technik welche frei aufgestellt oder sich in Kfz. Stellungen befand.
In der NVA wurden die Funkpeiler im System TAFS in FB3 und größeren Bauerken untergebracht. Meißt waren auf dem Peilerpunkt 2 Funkpeiler vorhanden und das peilsignal wurde über eine 4 Drahtleitung zur GDFL gebracht. Dafür befand sich in einem rückwärtigem Raum zur Kanzel das Pult des Peilfunkers.

http://www.nachrichtenbetriebsamt.de/Peilfunker.jpg

Noch etwas aus der Sicht des Technikers ... Trotz IC, Halbleitereinsatz und Digitalisierung waren die Modernen Peiler ARP 11 nicht genauer als die ARP 6 und vom Bedienpersonal schwer selbst bei defekten zu händeln.
Beim ARP 6 war das mit der Röhrenbestückung kein Problem.
In dessen Antenne befanden sich z. B. 4 Germaniumdioden. Um die geforderte Peilgenauigkeit zu erhalten, mussten alle 4 im Frequenzbereich von 100-150 Mhz ein gleiches Verhalten aufweisen. Im Funkpeiler befand sich dazu extra ein kleines "Diodenprüfgerät". Mit einer Kiste von 100-200 Dioden saß man dann Ewigkeiten bis das passende Quartett gefunden war. Also wurden immer schon einige im Vorfeld ausgemessen, schön in Silberpapier gewickelt und gehütet wie der Augapfel ;)

Meister Prop Offline




Beiträge: 17
Punkte: 25

15.11.2017 23:07
#2 RE: Peilerpunkt Antworten

Der Einsatz von KW-Peiler könnte zusammenhängen mit der damaligen KW-Funknutzung Boden-Luft-Boden. UKW/DM war am Anfang der Fliegerei noch nicht Inn.

Andy Offline




Beiträge: 279
Punkte: 419

15.11.2017 23:08
#3 RE: Peilerpunkt Antworten

Andy schrieb:
Genau diese Gedanken habe ich auch bezüglich der verwendeten Frequenzbereiche ...

pinkpanter Offline




Beiträge: 82
Punkte: 122

15.11.2017 23:09
#4 RE: Peilerpunkt Antworten

Ich hatte dazu nie nachgeforscht. Ist bekannt wann etwa die Umstellung erfolgte von KW auf UKW/DM im flugfunk ?

Andy Offline




Beiträge: 279
Punkte: 419

15.11.2017 23:11
#5 RE: Peilerpunkt Antworten

Andy schrieb:
Wenn ich mir Zahlen der Einführung von UKW Funkstationen ansehe die es auch im Flieger gab, anfang der 50 er ... das stimmt dann auch mit dem ersten UKW Peiler ARP-5 überein ...

1952 год первая партия самолетных радиостанций «КЛЕН» (Р-800)

1954 год Освоен выпуск самолетной радиостанции «ДУБ-4» (Р-801)

Isegrim Offline



Beiträge: 18
Punkte: 34

15.11.2017 23:12
#6 RE: Peilerpunkt Antworten

Aus der Literatur/ Zeitzeugen noch zu ersehen das die ersten Flugzeuge bei KVP und AEK Jak-18 und Jak-11 noch auf KW-Funk kommunizierten.

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