Bei Prötzel befand sich im Wald am Ortsteil Biesow gelegen die FRA 4122. Sie war ausgerüstet mit der S 75 "Wolchow" Luftabwehrrakete.
Der Zustand: Die Unterkunftszone (A-Objekt) und die technische Zone (C-Objekt) wurden nahezu vollständig zurück gebaut als Ausgleichsmaßnahme für den Neubau Schiffshebewerk Niederfinow. Nur der Lagerbunker für die S-75, wie üblich ein Typenbau MB 1-15, ist noch vorhanden, allerdings verschlossen. Der Gefechtsstand der alten Feuerstellung wurde abgerissen. Zu sehen waren nur noch ein paar Reste des GS und ein gut versteckter SBU, welcher wohl zum Schutz der Bedienmannschaften dienen sollte. Mittlerweile dürfte die Anlage restlos entsorgt sein.
Die neue Feuerstellung dient heute als offizieller Paintballplatz und kann bei Spielbetrieb nicht besichtigt werden. Zufahrt über Ort Sternebeck, nach Ortseingang aus Richtung Prötzel an der Kurve links herum durch Dorf und dann am Feuerwachturm vorbei in den Wald. Die Strasse ist befahrbar. Der GS wurde verschlossen, so dass eine Begehung nicht möglich sein wird.
Kurzer Abriß der Geschichte der Fla-Raketen-Abteilung (FRA) 162 später 4122
von 02/1960- bis 11/1960 Aufstellung und Formierung der FRA 162
1961 Bau der Wohnzone in Prötzel in Prötzel Kähnsdorfer Weg mit 2 Neubaublocks mit 27 Wohneinheiten. Stehen immer noch. Sind saniert und werden durch eine Wohnungsbaugesellschaft in Wriezen bewirtschaftet. Mit etwas Glück sind dort auch Ehemalige zu finden. Wie den Ortsbürgermeister von Prötzel.
Der Bau von Kaserne und Bunker erfolgte durch Baupio-Regiment. Deren Basis in Strausberg gegenüber dem MfNV sich befand. Die Baracken stehen heute noch. Da die Basis der Baupio immer wieder, bis hin zur Errichtung des TAZ, bis in die 1980er Jahre in Nutzung war.
1965 /1966 Umrüstung auf FRK S-75 „Wolchow“ , verbunden mit personelle Strukturveränderung. Eine Personalaufstockung hatten jedoch nie statt, statt dessen immer mehr Aufgaben für jeden Soldaten.
03/1977 bis 11/1977 wurde eine neue Einsatzstellung unterhalb des sternebecker Feuerwachturmes errichtet. Bauarbeiten in Truppeneigenleistung. Ende der 70-ziger Jahre wurde die Fla-Raketenabteilung erneut als Besuchsabteilung der LSK/LV der NVA auserkoren. Da die Straße von Prötzel nach Biesow in einem sehr schlechten Zustand war (ab Abzweig zur ehemaligen Kaserne bis Biesow immer noch), wurde diese auf Betreiben des damaligen Kommandeurs mit einem Bitumenbelag versehen. Später wurden der Weg zur neuen Einsatzstellung und der Anschluss nach Sternebeck ebenfalls ausgebaut. Beides waren Übungsmaßnahmen eines Staßenbaupionierregiments. Daher war es sehr ungewohnt, mitten im Wald die schwarze Bitumenstrasse anzutreffen. Verbunden mit dem Straßenschild " Alte Berliner Straße".
11/1984 Umgliederung zur 41. FRBr mit Umbenennung der FRA-162 in FRA-4122
Oktober 1990: erst einmal Übernahme zur Bundeswehr und Auflösung des Standortes durch ein Nachkommando.
31.03.1991 Außerdienststellung der Abteilung
2004/2005 Kaserne wurde als Ausgleichsmaßnahme für das geplante Schiffshebewerk geschliffen (nur der Raketenbunker steht noch).
Die FRA Prötzel wäre im Veiteidigungszustand mit 2 B-Stellen der Zivilverteidigung hinsichtlich Luftbeobachtung verbunden gewesen. B Stellen = Beobachtungsstellen. Einmal zur B-Stelle Schiffmühle oben auf dem Berg mit Blick in die weite Ebene. Einmal zur B-Stelle Weesow. Das war der Luftbeobachtungspunkt Turm vor der ADN-Funkstelle und unterm Turm rechts der kleine Bunker- heute noch dort - war die B-Stelle.
Von diesen B-Stellen Kampfgruppen und Zivilverteidigung waren doch jede Menge organisiert und vernetzt. Wann kommt dazu eine Komplettaufstellung ? Oder ist derartiges nicht vorgesehen (?).
Komplettaufstellung gibt es. Hatte nun feststellen müssen, dass selbst "gestandene" FRT-Leute nichts wissen von den ab Ende der 1970ger Jahre genutzten neuen Einsatzstellung unterhalb des Feuerwachturm Sternebeck. Selbst jetzt immer noch mit den Koordinaten der alten Einsatzstellung hantierten.
Bis vor einigen Jahren war selbst die Sturmbahn noch gut zu identifizieren. Inzwischen auch verottet und überwachsen-
@Peters schrieb: DAs Kabel zur Kabina UW , beim NEVA kabina UNK ist 250 lang. Auch bei Tochtersichtgerät in der UW/UNK vergrössert sich die Entfernung nicht. das ist aber bekannt, so stand die P15 bei uns FRA 4133 deutlich unter 200 von der kabina UNK entfernt , die P12 in anderer Richtung auch so in disem Bereich.
Die Zielsuche nach den Angaben de Brigade oder eigene Suche wurde mit P12/15 durchgeführt. Man ging davon aus ... das die Anlage der P12/15 /18 mit der der Antenne PW / UW identisch war.
Einen Paralexen-Rechner gab es für die NEVAS und Wolchows nicht. Zielzuweisungen vom Schiessenden an den Leitoffizier wurden vom Tochtersichtgerät bestimmt, die LO stelle Seite , Höhe und Entfernung an seinen 3 Handrädern ein.
Bei Entfernungen gößer 1 Km dürften die Ablagen groß genug sein um nichts zu finden.
Im Übrigen gab es bei der deutschen 8,8 cm Flak für den abgesaetzten Optischen Sucher ( ca. 60 m weit weg vom Mittelpunkt der Stellung ) einen Paralexenrechner für jedes Feuergeschütz.
2.
das mit der Zivilverteidigung höre ich zum ersten mal. Ich war 8 Jahre dabei und habe genug Schichten im GS der FRA geschoben, nicht mal im Ansatz ... Zumal das gerät bei der ersten Folgeverlegung weg gewesen wäre, die ZV hätte nur noch den leeren Bunker vor sich gehabt, selbst die FM Verbindungen wären zur FRA draussen im gelände umgeleitet worden.
Sicher ist noch viel geschichtliches in Petto, was @Peters noch nicht kennt. Die ZV war draussen auf den Beobachtungsstellen und im westlichen war deren Aufgabe, neben möglichen Tieffliegern auch erkennbaren Einsatz von ABC-Waffen zu melden. Damit die Truppe sich rechtzeitig darauf vorbereiten kann. Die Meldungen sollten per Funk abgesetzt werden. Da musste bei Stellungswechsel der Abteilung nichts um-oder weitergeleitet werden.
Hier irrt der gute Mann leider etwas. Prötzel hatte mit Einführung der P18 einen PRW-13. Die P-12 stand in Prötzel nie in der Nähe der PW, sondern wurde abgesetzt über eine RL-30 betrieben. Die P-12 als Variante MA stand auf dem Acker in Richtung Ortslage Prötzel.
@Buratino, sehr richtig. Woher hast Du die Orts-Kenntnis ?
Zur P-12 gab es Kontakt zu einem Ex Anfang der 60ger dort in Sternebeck Gedienten.
Zitatdas mit der Zivilverteidigung höre ich zum ersten mal. Ich war 8 Jahre dabei und habe genug Schichten im GS der FRA geschoben, nicht mal im Ansatz ... Zumal das gerät bei der ersten Folgeverlegung weg gewesen wäre, die ZV hätte nur noch den leeren Bunker vor sich gehabt, selbst die FM Verbindungen wären zur FRA draussen im gelände umgeleitet worden.
Ich weiß auch nicht wovon @Peters hier schwatzt. a) wir haben die Originaldokumente ZW LSK/LV mit ZV in Sachen Luftbeobachtung. b) was für leere Bunker hätte ZV vor sich gehabt ? c) FM Verbindung war Funk, da war nichts umzuleiten.
Diese Radarstellung gehörte zu Beginn noch nicht zur FRA sondern war dem Kommandeur FuTT im Kdo LSK/LV unterstellt. Übertragung des Radarbildes zur FRA mittels Datenlink. Ich leistete dort meinen Grundwehrdienst (62/63) . Wir waren weitestgehend Selbstversorger. Oft liefen wir die 4km zum Ort Prötzel zu Fuß um im Dorfladen Bier und Zigaretten und Futter zu kaufen.
Dazu muss ich auch sagen, @peters hat keine Ahnung. Die Radarstellung nebst Unterkünfte lag am Ort Sternebeck wie von Harry beschrieben. Gehörte in den 60gern nicht zur FRA sondern war dem Kommandeur FuTT in Strausberg unterstellt. Auch Rechthaberei von @Peters macht seine Aussagen nicht besser oder richtiger.
Stimmt, vom A-Objekt Kaserne ist nichts mehr vorhanden. Eigentlich auch gut so, weil dann keine Ruinen den Wald verschandeln. Stimmt, alte und neue Stellungen waren vorhanden. Die alte Stellung hat die Natur schon völlig zurück geholt.
Im Sommer 1967 war Bau der HSA in Truppeneigenleistung durch 6 Soldaten. So persönlich gesehen war das besser wie DHS zu schieben.
1966/67: Kdr - Major Wolfram PA -Hauptmann Höhne
Dann lief noch ein Hauptmann Scholz herum und ein Leutnant Laasch. Die Dienststellungen habe ich vergessen. Namen bleiben lose im Gedächtnis weil man selbst mit denen mal zusammengerasselt war.