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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 288 mal aufgerufen
 Regionales
Muenzer Offline



Beiträge: 37
Punkte: 100

12.11.2021 19:01
Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Wir waren im Urlaub in der Uckermark unterwegs und fanden unweit des Ortes Warnitz bei Prenzlau ein Hotel in Seelage des Oberuckersees:

https://www.google.de/maps/place/17291+P...33!4d13.8633409

Diese Liegenschaft hat eine interessante Geschichte:

In der DDR errichtet als Schulungs- und Erholungsstätte des Ministerium für Bauwesen und die Bauakademie der DDR.
Mit der Wende folgte Abschaffung von Privilegien- um dann Neue zu schaffen.
Nach der Wende hatten zunächst zehn Jahre lang die Auszubildenden des Grenzzolldienstes das Glück, ihre Lehrgänge hier zu verbringen.
Dann verscherbelte der Bund die Liegenschaft und konnte Privat erworben werden.

So entstanden zunächst ein Bettenhaus und drei Restaurants, die vor allem im Sommer immer besser ausgelastet waren. Seit der Eröffnung unseres Spanorama und des zweiten Bettenhauses im Jahr 2010 ist unser Hotel auch im Winter ein Paradies für Erholungssuchende. Hier: Gehobenes Klientel. Also wieder Privilegien.

Hanns Offline



Beiträge: 77
Punkte: 117

12.11.2021 19:03
#2 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Dem kann ich eines hinzufügen. Best Western SeeHotel Frankenhorst am Schweriner See.
Geschichte:
Von 1770 bis 1922 standen auf dem Gelände des heutigen Frankenhorst mehrere Ziegeleien und Kalkbrennereien, deren Rohstoffe Ton und Wiesenkalk sowie Torf als Brennstoff, in ausreichender Menge vorhanden waren. Aus den hier hergestellten Baumaterialien wurden viele der Schweriner Repräsentationsbauten errichtet.

Anfang der 1920er Jahre gab es bereits eine Ausflugsgaststätte "Seelust" auf dem Gelände. Dieses Restaurant befand sich im Gebäude, welches heute im Best Western Seehotel Frankenhorst als Haus 2 oder Haus am See bekannt ist. In der Nacht vom 17. zum 18. Oktober 1935 kam es im Ausflugslokal "Seelust" zu einem Dachstuhlbrand. Dabei kam niemand zu Schaden, allerdings brannte das Dachstuhlgeschoss restlos aus. Das Geschoss wurde wieder aufgebaut und das Lokal blieb noch viele Jahre in Betrieb, wurde aber im 2. Weltkrieg, wie viele andere Einrichtungen anderweitig genutzt.
1921 kaufte der Dichter Hans Franck das 122.000 m² große Grundstück am Schweriner Ziegelaußensee - dem Frankenhorst, an dem er mit großer Liebe hing und mehr als 40 Jahre lebte. Er gab dem Anwesen seinen Namen: angelehnt an "Frank", wie "frei, offen" und "Horst", wie "Gebüsch oder Greifvogelnest".

Nach seinem Tod 1964 wurde aus dem Frankenhorst ein Gästehaus des damaligen Rat des Bezirkes Schwerin. In ihm wohnten hochrangige Gäste des Bezirkes, aber auch Parteiveteranen und andere Persönlichkeiten. Selbstverständlich wusste auch Erich Honecker wo es am schönsten ist und übernachtete 1987 während des Bauernkongresses in Frankenhorst. E.H. hielt die Eröffnungsrede zum Bauerkongress.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde das Gästehaus einer touristischen und gastronomischen Nutzung zugeführt und beherbergt heute das 4-Sterne Seehotel Frankenhorst.

Angefügte Bilder:
Sie haben nicht die nötigen Rechte, um die angehängten Bilder zu sehen
Till Offline




Beiträge: 8
Punkte: 8

12.11.2021 19:05
#3 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Wetterdienst zieht nach Stahnsdorf
Die Potsdamer Niederlassung des DWD zieht wegen Bauarbeiten für 4 Jahre auf ein Ex NVA Kasernengelände am Rande von Stahnsdorf.
Nach langem Hin und Her soll jetzt die alte Regionalzentrale des DWD am Potsdamer Stadtrand abgerissen und durch einen ca. 32 Mio Euro teuren Neubau ersetzt werden.
Der Umzug der etwa 170 Mitarbeiter von Potsdam nach Stahnsdorf stellt eine logistische Herausforderung dar, weil bestimmte Arbeitsbereiche der Wettervorhersage durchgehend besetzt sein müssen. Daher werden zunächst in Stahnsdorf die wichtigsten Arbeitsbereiche aufgebaut.
Neben der Wettervorhersage sind die Potsdamer auch für andere Aufgaben zuständig: sie sorgen unter anderem dafür, dass in Ostdeutschland die technische Infrastruktur und die Messanlagen des DWD funktionieren. Außerdem bieten sie Klimaberatungen für die Ost-Bundesländer an. Und bringen auch den Wetterbericht des RBB.

Wieder ein Stück Nachnutzung einer Kaserne.

Seewolf Offline




Beiträge: 20
Punkte: 36

12.11.2021 19:06
#4 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Ehemals: Schulungs- und Erholungsheim der Interflug in Ahlbeck

Heute Hotel "Residenz Waldoase"

Das heutige Hauptgebäude der Residenz Waldoase war im Grunde im Jahre 1910 von der Siemens-Stiftung als Ferienhotel für Werksangehörige eröffnet.
Nach dem WK2 und der Gründung der Interflug wurde es zu einem Schulungs- und Erholungsheim der Interflug umgewandelt.
Neben dem festen Gebäude baute die Interflug noch etliche Bungalows auf dem Areal. Da im Sommer die Erholung der Ostseeurlauber vorrang hatte, war zum Herbst/Winter dann Schulung angesagt. Wegen dieser jahreszeitlichen Nuntzung waren dann auch die Bungalows mit Heizung ausgestattet. Per "Fernwärme" vom Haupthaus. Das Areal umfasste 40.000 qm und liegt am Ortsrand Richtung poln. Grenze.

Das Hotel Waldoase hat lediglich 42 Zimmer. Hinzu kommen noch 11 kanadische Bungalows mit je 2 Wohneinheiten.

Julius Offline



Beiträge: 51
Punkte: 71

12.11.2021 19:07
#5 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Kaserne Wustermark
1935/1936 errichtet für die Wehrmacht.
1945 bis 1992 Kaserne der Sowjetarmee. 35 Gebäude auf 71 Hektar.
Vor ein paar Jahren wurden Dächer erneuert.
Jetzt kommt der Abriss. Ab 2019 soll dort Karls-Erdbeerland entstehen. Ein Freizeitpark-Resort mit Badesee, 400m Sandstrand, Sommer Rodelbahn, Erdbeeren- Seilbahn, Erlebnis Gastronomie, Brauhaus ,Schokofabrik ,Gurken Manufaktur , mindestens 2000 Betten für Übernachtungen im Heuhotel, Bienenhaus! Erdbeercamp ,Schäferwagen, Baumhäuser.
Investition 100 Mio Euro.

Vom Erdbeerkönig aus Rostock Rovershagen.

Busfahrer Offline



Beiträge: 1
Punkte: 1

12.11.2021 19:22
#6 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Center Parcs "Allgäu" = Ex Muna Leutkirch
Auf dem ehemaligen Gelände des Munitionsdepot „Muna“ in Leutkirch-Urlau sollen bis Ende 2018 voraussichtlich 750 Ferienhäuser und ein großer, überdachter Bade- und Wellness-Bereich entstehen. Finanziert wird das 255 Million-Projekt durch die französische Immobiliengruppe „Eurosic“.
184ha--Urlauer Tann
von denen ca. 153 ha auf Leutkircher (Baden-Württemberg) und ca. 27 ha auf Altusrieder (Bayern) Gemarkung liegen.
Geschichte der Muna

Der Bau der Munitionsanstalt geht auf das Jahr 1939 zurück, Die Munitionsanstalt bestand aus einer Vielzahl von im Wald gelegenen Bunkern und Freilagern; lediglich die Wirtschaftsgebäude und Arbeitsbaracken waren auf freiem Feld untergebracht.
Die Munitionsanstalt wurde Ende Oktober des Jahres 1940 in Betrieb genommen und diente zur Lagerung von chemischen Kampfstoffen und Munition.
Bereits ab März 1945 wurde, angesichts der näher rückenden Alliierten mit der Auflösung der Munitionsanstalt begonnen. Entgegen der Anweisung Hitlers, wurde das Depot aufgrund der Befehlsverweigerung des Kommandanten Major Günter Zöller nicht gesprengt.
Der Standort wurde kampflos an die französischen Truppen übergeben. Sie demontierten nahezu sämtliche baulichen Anlagen, holzten den gesamten Waldbestand ab und sprengten die noch vorhandenen Bunker.
Im Jahr 1960 übernahm die Bundeswehr das Gelände, die es wieder als Munitionsdepot nutzte.
Mit den Stationierungsentscheidungen der Bundeswehr im Jahr 2004 wurde die Aufgabe des Standortes bis zum Ende des Jahres 2007 beschlossen.
Seitdem ist das Munitionsdepot außer Betrieb.
Mit der Errichtung eines Ferienparks wird das Gelände von einer ehemals militärischen in eine zivile Nutzung überführt.

Rias Offline



Beiträge: 15
Punkte: 19

12.11.2021 19:24
#7 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Neben zahlreichen festen technischen Gebäuden entlang der Hauptzufahrt und einer Reihe von Baracken im Bereich der ehemaligen Kommandatur sind auf dem Gelände noch ca. 100 ehemalige (gesprengte) Wehrmachtsbunker und ca. 150 neue bunkeranlagen, sowie ca. 22 km Straßen und Wege der internen Zuwegung.

Das Gelände ist eine Hochebene über der Leutkircher Heide. Die Höhe liegt im Süden bei 728 m über NN und im Nordosten bei 705 m über NN. Im Nordwesten liegt in einem kleinen Einschnitt der Eingangsbereich auf einer Höhe von 682 m über NN. Das ist auch das Höhenniveau der Leutkircher Heide.

Also für diese Jahreszeit wie jetzt eine schneesichere Gegend. Kein Wunder das Center Parcs dort ein Resort hinstellen. Zumal Center Parcs im deutschen Südosten so noch nicht vertreten ist.

Freitag Offline



Beiträge: 9
Punkte: 13

12.11.2021 19:25
#8 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Damals hieß das Areal Munitionsanstalt im Urlauer Tann

Urlauer Tann ist ein Waldstück zwischen Leutkirch und Isny .
1939 durch Zwangsverkäufe vom Deutschen Reich erworben, wurde im Urlauer Tann eine Heeresmunitionsanstalt betrieben.
Zum Kriegsende lagerten auf dem Gelände Unmengen an Munition und Kampfstoffen. Es drohte die Sprengung, das Schicksal der Region hing damals am seidenen Faden!
Ab 1961 als Munitionsdepot der Bundeswehr genutzt, waren auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges auch amerikanische Einheiten – und damit möglicherweise auch Atomwaffen – stationiert. 2007 verließ die Bundeswehr das Areal.
Ein Museum zeigt heute die Geschichte und Anhand von Filmen und Fotos, Objekten und Relikten wird die Geschichte der Muna Urlau erzählt. Auch Zeitzeugen kommen zu Wort.

Historiker Offline



Beiträge: 8
Punkte: 12

12.11.2021 19:27
#9 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Ein gefährliches Erbe von dem heute die Verantwortlichen der Politik lieber nichts wissen wollen.
Zum Kriegsende kam es beinahe zu einer Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes, als etwa 10.000 Tonnen Kampfstoffmunition und die gleiche Menge herkömmlicher Munition auf Anordnung von Gauleiter Murr gesprengt werden sollten. Glücklicherweise konnte dies durch die mutige Taktik des damaligen Kommandanten, Major Günther Zöller, verhindert werden. Aber auch die Beseitigung der Munitionsbestände durch die französische Besatzungsmacht war ein gefährliches Unternehmen und die in der Nord- und Ostsee versenkten Kampfstoffe sind bis auf den heutigen Tag eine Bedrohung.
Die Fässer sind einfach in Nord-und Ostsee versenkt worden und rosten seit dem im Salzwasser vor sich hin. Was passiert wenn die gefährliche Masse entweicht ? Wer trägt dann die Verantwortung für unsägliches Leid betroffener Menschen ?

Trabant Offline



Beiträge: 1
Punkte: 1

12.11.2021 20:47
#10 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Im Zuge der Wiederbewaffnung übernahm die Bundeswehr das Gelände 1959 und richtete in den vorhandenen Bunkern ein Munitionsdepot ein, das 1961 in Betrieb genommen wurde. In den 1960er Jahren wurde dieses zeitgleich auch von der US-Armee als Raketen- und Munitionslager und zu streng geheimen Zwecken genutzt. Bis in die 1990er Jahre rollten immer wieder Munitionszüge durch Leutkirch, insbesondere während des ersten Golfkrieges. Die sich hartnäckig haltenden Gerüchte, in Urlau seien US-amerikanische atomare Sprengkörper gelagert, wurden nie bestätigt. 2007 gab die Bundeswehr den Standort Urlau endgültig auf, auf den Gleisanschluss hatte man bereits Jahre zuvor verzichtet[
Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Heeresmunitionsanstalt_Urlau

Oppenheim Offline




Beiträge: 41
Punkte: 104

12.11.2021 20:50
#11 RE: Nachnutzung von Liegenschaften Antworten

Anfang bis Mitte der sechziger Jahre waren in der MUNA Urlau Atomwaffen für das II. deutsche Korps und die französischen Truppen in Südwestdeutschland gelagert.

Aus Zeitgründen konnten nicht für alle Einheiten, die im Rahmen der NATO-Planung MC 70 mit taktischen Atomwaffen ausgerüstet werden sollten, neue Sprengkopflager errichtet werden. In vielen Fällen wurden auf bestehende Lager zurückgegriffen und diese komplett oder in Teilen für die nuklearen Zwecke im Rahmen von MC 70 genutzt. Dies war auch bei der MUNA Urlau der Fall.

Die Munitionsanstalt wurde 1939 errichtet und diente der Versorgung der Wehrmacht mit Munition. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges waren dort auch tausende von Tonnen chemischer Kampfstoffe gelagert.

Mit Aufstellungsbefehl 606 vom 1. Februar 1959 wurde das Munitionsdepot für die neu aufgestellte Bundeswehr reaktiviert und in großen Teilen neu errichtet. Erste Überlegungen und Planungen für die Nutzung des Urlauer Depots durch die NATO datieren auf Ende 1961. Errichtet und von der NATO abgenommen wurde das im nordöstlichen Teil des Depots angelegte SAS im Jahr 1962.

Involviert in die Belegung mit amerikanische Atomsprengköpfen waren von amerikanischer Seite die 548th USAAG in Seckenheim sowie die 512th USAAG und die 510th Ord Co. in Urlau. Von deutscher Seite war das TrspBtl 82 SW in Kempten mit Bewachungs- und Logistikaufgaben betraut. Nach Fertigstellung des neuen SAS in Riedheim bei Günzburg wurden das Inventar und die Einheiten aus Urlau Anfang 1965 dorthin verlegt. 1972 wurde das SAS Urlau aus dem NATO-Inventar gestrichen.

Das Depot wurde 2007 von der Bundeswehr aufgegeben. Die letzte Munition verließ am 5. Juli 2007 das Gelände. Mit zeitweise 200 Beschäftigten war die Muna Urlau einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leutkirch. Nachdem sich ursprüngliche Planungen für die Errichtung eines Großsägewerks auf dem Gelände zerschlagen hatten, soll jetzt dort der Ferienpark Allgäu von der Firma Center Parcs Europe errichtet werden.

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