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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Schlösser und Gutshäuser -
Opitz Offline



Beiträge: 36
Punkte: 60

13.11.2021 18:56
Herrenhäuser und Güter in MOL Antworten

Märkisch-Oderland heisst die Gegend heute. Früher war es ein Teil des Barnim- Oberbarnim. Meilen-und Grenzsteine zeugen noch aus dieser Zeit-
Im Barnim hat oder hatte jedes Dorf seinen Gutshof oder sein Schloss/Herrenhaus.
Die sowjetischen Truppen haben einige auf ihrem Vormarsch niedergewalzt. In anderen haben sie ihre Kommandantur eingerichtet. 1949 wurden die Gutbesitzer enteignet und die Schlösser und Gutshöfe fielen an die Gemeinden bzw. an den Staat.
Geld, um diese Besitzungen zu unterhalten, hatten die DDR-Gemeinden natürlich nicht, also richteten sie sich in den langsam bröselnden Gemäuern selbst ein.
Überall waren dann Jugendclubs, Kitas, Schulen, Kneipen, Läden...... drin.
Nach 1990 warteten die Gemeinden auf die West-Glücksritter mit dickem Konto. Sie erhielten aber nur die West-Glücksritter mit blankem Konto. Die Glücksritter fuhren mit Zeit-gemieteten Nobelkarossen vor. Das beeindruckte. So manch ein Bürgermeister war schon kleingekocht wenn er in (aus seiner Sicht) Nobelkarosse als Mitfahrer durchs Dorf kutschiert wurde. " Seht, der Edelmann fährt mich.....".
Wie ihr nachfolgend erfahrt, war der Tag voll von Mogelpackungen:

Beginnen wir mit meinem Wohnort: Reichenberg. Der Ort gehört zur Gemeinde Märkische Höhe im Amt Neuhardenberg (Marxwalde)
Die erste Zentralschule entsteht 1951 in dem Gutshaus von Reichenberg.
1963 wird das neue Schulgebäude errichtet, in dem auch die Kinder der umliegenden Dörfer eingeschult werden. Seit 1998 ist der Schulbetrieb eingestellt.
Das alte Herrenhaus in Reichenberg wurde von einem bleichgesichtigen Jüngling gekauft, der sich als Fernsehproduzent von Billigserien aus Berlin herausstellt. Er stammt aus einer Familie, der früher selbst ein Gut, allerdings in Ostpreußen, gehörte. Das wurde ihm zum Rückkauf angeboten. „Aber das ist bloß noch ein Haufen Steine“, sagt der Produzent.
Die Familie hat etliches von der herrschaftlichen Inneneinrichtung retten können. Die steht nun in dem Reichenberger Gutshaus. Von außen ist das Haus noch im Dornröschenschlaf, innen durchschreitet man einen Salon, ein Musikzimmer mit historischem Flügeln, ein Billardzimmer usw. Als nächstes will er die Stallungen aufrüsten und da wieder richtig schöne Reitpferde reinstellen.
Jahre sind vergangen. Und die Anlage steht immer noch so da.
Zwischenzeitlich war ab 2010 dort das Winterquartier der Zirkusfamilie Muderack mit der Raubtiergruppe. Inzwischen residieren sie viele Jahre in Harnekop.

Inzwischen führt auf dem Gutshof ein Verein das Regiment. Immer bestrebt aus Fördertöpfen der Regionalentwicklung etwas Geld für Projekte zu erhalten.
Aber zu sehen ist im großen und ganzen über die vielen Jahre so gut wie nichts-

Ringo Offline




Beiträge: 39
Punkte: 55

13.11.2021 18:57
#2 RE: Herrenhäuser und Güter in MOL Antworten

Gutshof Möglin
Ein Nachbarort von Reichenberg in Richtung Wriezen ist das Dorf Möglin.
Der Gutshof in Möglin gehörte lange Zeit der Familie von Albrecht Daniel Thaer. Auf diesen Landwirtschaftsmodernisierer hielt nicht nur der preußische König große Stücke, sondern auch die DDR-Führung, die die Logik des Gutsbesitzes mit anderen Mitteln fortführte.
Den Gutshof selbst und einen Teil der Ländereien hat sich ein Gärtner, Immobilienhändler und Bankrotteur aus Bielefeld an Land gezogen. Das Haus sollte wegen nicht beglichener Schulden versteigert werden. Aber einem Gerücht nach hat der Mann aus Bielefeld es noch mal wieder geschafft, die Bank zu einem Vergleich zu bewegen. Nachfolgebetriebe der LPGs hätten da auch gerne ein Bein rein gekriegt, aber der Bielefelder ist schlau, zu schlau für die Gemeinde. Ihr hat er auch den historischen Gutshofpark abgekauft und es geschafft, die Bezahlung dafür über 10 Jahre rauszuzögern. Begründung: Die Gemeinde habe das Gelände nicht ordnungsgemäß vermessen und nicht klar gesagt, dass Denkmalsschutz auf Haus und Park liegt. Dadurch sei er in seinen Investitionen und Bauplänen behindert worden, was zu erheblichen finanziellen Einbußen geführt habe. Unter anderem habe er dadurch eine bereits zugesagte Förderung nicht in Anspruch nehmen können. Wenn die Gemeinde also auf der Bezahlung des Parks besteht, schickt er postwendend die Rechnung für alle in der Zwischenzeit entstandenen Kosten. Der Mann ist ihnen über.
Aber im Gebäude war das Thaer-Museum untergebracht.
Nach Jahren des Zwist und des Stillstandes folgte ein neuer Eigner..
Im Nachbarort Schulzendorf/Wriezen sitzt einer dieser modernen Agrarkapitalisten. Der Herr Lindhorst mit seiner Lindhorst Gruppe. Ein Teil davon die Agrar-AG Schulzendorf.
Diese Agrarkapitalisten kaufen in großen Stil landwirtschaftliche Ländereien auf und verpachten diese. Das wirtschaftliche Risiko trägt der pachtende Landwirt.
Lindhorst erwarb also die Gutsanlage Möglin und schmiss erst einmal alle Nutzer inkl. Thaer-Museum raus-
Ein Steuersparmodell. Er zwar renovierte Gebäude und Anlage. Jedoch herrscht dort Leerstand. Windige Typen aus Berlin mieteten sich ein zur Nutzung als Eventlokation. Aber statt dorthin Events zu bringen stehlen sie wertige Bilder und Skulpturen in Berlin ind lagerte diese dann in Möglin ein. Bis die Polizei kam.
Die Pacht erhielt der Lindhorst auch nie.
So vegetiert dsie Anlage eigentlich vor sich hin.

Biene Maja ( gelöscht )
Beiträge:

13.11.2021 18:59
#3 RE: Herrenhäuser und Güter in MOL Antworten

Ich bin im Nachbarort von Reichenberg- in Ihlow geboren. Darum von mir:
Gutshaus Ihlow

Das Ihlower Gutshaus wurde an eine ehemalige ABM-Kraft des Ortes günstig verpachtet. Das gibt dem Mann die Möglichkeit, dort Zimmer für Gruppen ebenso günstig anzubieten. Irgendwie wurschtelt er sich durch, kann aber mit seinen Einnahmen das Haus nicht instandsetzen. Deswegen hat der Gemeinderat sich jetzt auf das Angebot eines Investors aus Berlin eingelassen, der die Entscheidungsträger offenbar davon überzeugen konnte, dass er das Geld für die Instandsetzung hat. Der Pächter fürchtet nun, dass seine preiswerte Herberge damit am Ende ist.
Und schon war ein langwieriger Streit im Gange. Denn der Zimmervermieter wollte das Feld nicht räumen und auch keine Miete zahlen.
Am Ende wieder Stillstand.

Lachner Offline



Beiträge: 24
Punkte: 32

13.11.2021 19:01
#4 RE: Herrenhäuser und Güter in MOL Antworten

Schloß Reichenow
Das Reichenower Schloss, eine neogotischer Bau im Stil von Westminster, hat die Brandenburgische Schlösser GmbH aufgekauft und alle Zinnen und Türmchen schön wieder aufmauern lassen, damit alles so ist wie früher.
Dann wurde es an zwei Damen aus NRW verpachtet, die dort ein Wellness- und Tagungshotel machten. Es ist aber vor allem als Heiratshotel beliebt. Manche Paare nutzen die Kulisse auch nur für den Fototermin und gehen dann nach nebenan ins günstigere „Kellerstübchen“.
Die Damen waren im Ort nicht beliebt. Kein Drang nach Integration ins ostdeutsche dörfliche Leben. Schließlich kamen sie aus dem Westen und waren gegenüber den Ossi als Schloßdamen 2x etwas besseres.
Der Pachtvertrag endete vor 3 Jahren und die Damen, nun um die 60, wollten die angebotene Pachtverlängerung in der Form nicht und flogen daher aus dem Schloß.
Auf einmal bettelten sie die Ossis um Unterstützung an. Aber die Einheimischen wollten nicht mehr.

Die Schlösser GmbH machten noch einige Modernisierungsmaßnahmen und verpachteten an die windigen Typen von Möglin. Jedoch folgte kein Hotelbetrieb und auch keine Eventlokation. Auch auf die Pacht blieb die Schlösser GmbH sitzen. Das waren wieder einige nutzlose Jahre.

Jetzt ist die Schlösser GmbH die windigen Typen per Gerichtsweg los und sucht wieder einen Hotelbetreiber für die 12 Zimmer. Aber jetzt will das auch keiner mehr. Um nach den Schloßdamen den Hotelbetrieb mit neuem Pachtvertrag weiter zu führen... ja da waren Interessenten vorhanden. Die wurden aber durchweg vom der Schlösser GmbH vor den Kopf gestoßen. Auch als Schloß ist Reichenow nur ein Kleinhotel und kann mit den paar Zimmer nicht einmal Bustouristik aufnehmen. Demzufolge sind die Erträge auch sehr mager.
Zumal im neuen Pachtvertrag eine mehrfach höhere Pacht wie bei den Schloßdamen veranlagt ist. Man würde das Hotel fast nur für die Pacht betreiben.
Also steht das schöne Schloß Reichenow wegen Borniertheit und Geldgier der Führung der Schlosser GmbH seit Jahren leer.

Bastian Offline



Beiträge: 7
Punkte: 11

13.11.2021 19:02
#5 RE: Herrenhäuser und Güter in MOL Antworten

Gutshof Prädikow

Der große Hof in Prädikow mit historischer Brennerei wurde von einer Familie aus Schwaben aufgekauft, die dort einen Reiterhof aufbauen will. Auch so was mit ökologisch, anthroposophisch, touristisch – alle möglichen Stimulanzwörter für Fördertöpfe. Die neuen Besitzer haben sich im Ort sehr unbeliebt gemacht, weil sie angeblich die letzten Mieter ziemlich entschieden rausgedrängelt haben, ohne dass auf dem riesigen Gehöft anschließend wirklich was passiert wäre. Nun blocken die Nachbarn die Herrenreiterpläne und wollen dafür kein Land verpachten. Die Investoren aus Stuttgart müssen anderswo dazukaufen.
Aber inzwischen ist auch das schon Geschichte.

Wanderer Offline




Beiträge: 148
Punkte: 216

13.11.2021 19:03
#6 RE: Herrenhäuser und Güter in MOL Antworten

Schloß Prötzel

2006 wurde das Schlossareal in Prötzel mit Grundstück, Obstwiesen, Acker und Wald zwangsversteigert.
Das Schloss, ein Bau aus dem 18. Jahrhundert, möglicherweise sogar von Andreas Schlüter entworfen, soll nach Meinung von Fachleuten die größte Barockanlage Brandenburgs sein.
Die Gemeinde wollte das Gebäude nach der Wende nicht so einfach weggehen lassen und hat selbst eine Gesellschaft mit einem Architekten aus Berlin -West gegründet, die aus dem Schloss eine Luxusherberge mit Tennis- und Golfanlage machen wollte. Lange Jahre war von den Plänen nichts anderes zu sehen als ein Schild, das den Bau einer Führungsakademie ankündigte. Aber die Gemeinde wurde von einem windigen West-Berater über den Tisch gezogen und blieb auf einem Berg von 2 Mio. Schulden sitzen.
Denn der Architekt konnte als GmbH-Allein-Geschäftsführer mit Generalvollmacht die Ländereien im Grundbuch belasten und so holte er sich fleißig Geld von der Bank und bezahlte damit seine eigenen Architektenleistungen für die Schloß-GmbH. Laut Vertrag haftete die Gemeine als GmbH Gesellschafterin für die Verbindlichkeiten der GmbH und die ausreichende Bank bediente sich dieser Haftung. Der Architekt war um 2 Mio DM reicher und niemand konnte ihm an die Karre.
Die Gemeinde brauchte für viele Jahre ein Haushaltsicherungskonzept und war Pleite.

In den letzten Jahren haben Vereine und die Gemeindevertretung versucht, irgendwie wieder Leben in das Gebäude zu bringen, und Ausstellungen, Konzerte und alle möglichen anderen Veranstaltungen hingeholt. Aber auch dort zerfällt die Substanz.
Einen Teil der Wald- und Ackerstücke hat sich ein großer Waldbesitzer aus Prötzel dazugekauft. Einen anderen Teil kriegt der Schwabe aus Prädikow – der, dem Auslauf für seine Reitpferde fehlte. Nun haben sich auch seine Pläne weiter aufgebläht: Ein Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige sollten in Prädikow entstehen, auf anthroposophischer Basis. Arbeit im Wald und so. Dafür braucht er natürlich Wald.
Den Wirtschaftshof und die Orangerie neben dem Schloss hat ein junges Paar (sie Biologin, er freischaffender Philosoph, wie er sagt) mit Unterstützung ihres Vaters aus dem Rheinland gekauft. Das ist inzwischen auch Geschichte. Da das auch dem armenischen Schlossherren gehört. Die Rheinländer wollten nur billig kaufen und mit Gewinn weiter verkaufen.
An dem Kernstück, dem Schloss selbst, war zuerst keiner interessiert. Mindestgebot 1 Euro, zusammen mit dem Grundstück mindestens 15.000 Euro.
Für 30.000 Euro wurde das Prötzeler Schloss schließlich von zwei armenisch-russischen Brüdern ersteigert. Die Gemeindevertreter kennen die Käufer nicht, und die Käufer haben damals keine Ahnung, was sie da eigentlich gekauft haben.
Aber gegenüber den "zukünftigen rheinländischen Nachbarn" haben sie geäußert, dass sie 4 Mio. in das Haus stecken wollen und dann einen Hotel- und Gaststättenbetrieb dort machen wollen. Woanders haben sie angeblich schon ein Schloss gekauft, nun wird für den Bruder, der bisher in Moskau lebte, ein zweites angeschafft.

Viele Jahre vergingen wieder. Die vielen Millionen armenischen Investitionen flossen bisher nicht. Angeblich fehlt seit Jahren die Baugenehmigung zum Umbau.
Natürlich lässt sich auch ein nichtgenehmigungsfähiger Bauantrag absichtlich einreichen.
Jedenfall steht hier eher der Anschein, dass diesen Armeniern das große Geld fehlt.
Zumindestens war der Eigentümer mit Familie dort selbst eingezogen. Aber ggf. reicht das Schloß in seinem eher baufälligen Aussehen den armenischen Ansprüchen.
Der Eigentümer soll armenischer Architekt sein, der aber seit vielen Jahren in Berlin-West eine Theaterkasse betreibt.

Radfahrer Offline




Beiträge: 40
Punkte: 68

13.11.2021 19:04
#7 RE: Herrenhäuser und Güter in MOL Antworten

Zitat von Allo im Beitrag #6
Schloß Prötzel

2006 wurde das Schlossareal in Prötzel mit Grundstück, Obstwiesen, Acker und Wald zwangsversteigert.
Das Schloss, ein Bau aus dem 18. Jahrhundert, möglicherweise sogar von Andreas Schlüter entworfen, soll nach Meinung von Fachleuten die größte Barockanlage Brandenburgs sein.
Die Gemeinde wollte das Gebäude nach der Wende nicht so einfach weggehen lassen und hat selbst eine Gesellschaft mit einem Architekten aus Berlin -West gegründet, die aus dem Schloss eine Luxusherberge mit Tennis- und Golfanlage machen wollte. Lange Jahre war von den Plänen nichts anderes zu sehen als ein Schild, das den Bau einer Führungsakademie ankündigte. Aber die Gemeinde wurde von einem windigen West-Berater über den Tisch gezogen und blieb auf einem Berg von 2 Mio. Schulden sitzen.
Denn der Architekt konnte als GmbH-Allein-Geschäftsführer mit Generalvollmacht die Ländereien im Grundbuch belasten und so holte er sich fleißig Geld von der Bank und bezahlte damit seine eigenen Architektenleistungen für die Schloß-GmbH. Laut Vertrag haftete die Gemeine als GmbH Gesellschafterin für die Verbindlichkeiten der GmbH und die ausreichende Bank bediente sich dieser Haftung. Der Architekt war um 2 Mio DM reicher und niemand konnte ihm an die Karre.
Die Gemeinde brauchte für viele Jahre ein Haushaltsicherungskonzept und war Pleite.

In den letzten Jahren haben Vereine und die Gemeindevertretung versucht, irgendwie wieder Leben in das Gebäude zu bringen, und Ausstellungen, Konzerte und alle möglichen anderen Veranstaltungen hingeholt. Aber auch dort zerfällt die Substanz.
Einen Teil der Wald- und Ackerstücke hat sich ein großer Waldbesitzer aus Prötzel dazugekauft. Einen anderen Teil kriegt der Schwabe aus Prädikow – der, dem Auslauf für seine Reitpferde fehlte. Nun haben sich auch seine Pläne weiter aufgebläht: Ein Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige sollten in Prädikow entstehen, auf anthroposophischer Basis. Arbeit im Wald und so. Dafür braucht er natürlich Wald.
Den Wirtschaftshof und die Orangerie neben dem Schloss hat ein junges Paar (sie Biologin, er freischaffender Philosoph, wie er sagt) mit Unterstützung ihres Vaters aus dem Rheinland gekauft. Das ist inzwischen auch Geschichte. Da das auch dem armenischen Schlossherren gehört. Die Rheinländer wollten nur billig kaufen und mit Gewinn weiter verkaufen.
An dem Kernstück, dem Schloss selbst, war zuerst keiner interessiert. Mindestgebot 1 Euro, zusammen mit dem Grundstück mindestens 15.000 Euro.
Für 30.000 Euro wurde das Prötzeler Schloss schließlich von zwei armenisch-russischen Brüdern ersteigert. Die Gemeindevertreter kennen die Käufer nicht, und die Käufer haben damals keine Ahnung, was sie da eigentlich gekauft haben.
Aber gegenüber den "zukünftigen rheinländischen Nachbarn" haben sie geäußert, dass sie 4 Mio. in das Haus stecken wollen und dann einen Hotel- und Gaststättenbetrieb dort machen wollen. Woanders haben sie angeblich schon ein Schloss gekauft, nun wird für den Bruder, der bisher in Moskau lebte, ein zweites angeschafft.

Viele Jahre vergingen wieder. Die vielen Millionen armenischen Investitionen flossen bisher nicht. Angeblich fehlt seit Jahren die Baugenehmigung zum Umbau.
Natürlich lässt sich auch ein nichtgenehmigungsfähiger Bauantrag absichtlich einreichen.
Jedenfall steht hier eher der Anschein, dass diesen Armeniern das große Geld fehlt.
Zumindestens war der Eigentümer mit Familie dort selbst eingezogen. Aber ggf. reicht das Schloß in seinem eher baufälligen Aussehen den armenischen Ansprüchen.
Der Eigentümer soll armenischer Architekt sein, der aber seit vielen Jahren in Berlin-West eine Theaterkasse betreibt.

Der damalige Bürgermeister von Prötzel war doch auch so ein Mensch, der eingewickekt werden konnte mittels kutschieren mit dem DB des Architekten durchs Dorf. Davon schwärmte er bis zu seinem Tode.

Sommer Offline



Beiträge: 11
Punkte: 19

13.11.2021 19:16
#8 RE: Herrenhäuser und Güter in MOL Antworten

Zitat von Lachner im Beitrag #4
Schloß Reichenow
Das Reichenower Schloss, eine neogotischer Bau im Stil von Westminster, hat die Brandenburgische Schlösser GmbH aufgekauft und alle Zinnen und Türmchen schön wieder aufmauern lassen, damit alles so ist wie früher.
Dann wurde es an zwei Damen aus NRW verpachtet, die dort ein Wellness- und Tagungshotel machten. Es ist aber vor allem als Heiratshotel beliebt. Manche Paare nutzen die Kulisse auch nur für den Fototermin und gehen dann nach nebenan ins günstigere „Kellerstübchen“.
Die Damen waren im Ort nicht beliebt. Kein Drang nach Integration ins ostdeutsche dörfliche Leben. Schließlich kamen sie aus dem Westen und waren gegenüber den Ossi als Schloßdamen 2x etwas besseres.
Der Pachtvertrag endete vor 3 Jahren und die Damen, nun um die 60, wollten die angebotene Pachtverlängerung in der Form nicht und flogen daher aus dem Schloß.
Auf einmal bettelten sie die Ossis um Unterstützung an. Aber die Einheimischen wollten nicht mehr.

Die Schlösser GmbH machten noch einige Modernisierungsmaßnahmen und verpachteten an die windigen Typen von Möglin. Jedoch folgte kein Hotelbetrieb und auch keine Eventlokation. Auch auf die Pacht blieb die Schlösser GmbH sitzen. Das waren wieder einige nutzlose Jahre.

Jetzt ist die Schlösser GmbH die windigen Typen per Gerichtsweg los und sucht wieder einen Hotelbetreiber für die 12 Zimmer. Aber jetzt will das auch keiner mehr. Um nach den Schloßdamen den Hotelbetrieb mit neuem Pachtvertrag weiter zu führen... ja da waren Interessenten vorhanden. Die wurden aber durchweg vom der Schlösser GmbH vor den Kopf gestoßen. Auch als Schloß ist Reichenow nur ein Kleinhotel und kann mit den paar Zimmer nicht einmal Bustouristik aufnehmen. Demzufolge sind die Erträge auch sehr mager.
Zumal im neuen Pachtvertrag eine mehrfach höhere Pacht wie bei den Schloßdamen veranlagt ist. Man würde das Hotel fast nur für die Pacht betreiben.
Also steht das schöne Schloß Reichenow wegen Borniertheit und Geldgier der Führung der Schlosser GmbH seit Jahren leer.

Inspiriert vom Tudorstil alter englischer Herrenhäuser wurde das Schloss Reichenow Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und ist durch seine auffällige Architektur und den 25.000 qm großen historischen Schlosspark einzigartig in der Mark Brandenburg. 70 km östlich des Berliner Stadtzentrums erwartet die Gäste Ruhe und Romantik pur.

Eine Berliner Hoteliersfamilie hat den Dornröschenschlaf des Tudor-Schlosses Reichenow beendet, und präsentiert 22 renovierte Zimmer, ein stilvolles Restaurant mit Bar und eine spektakuläre Sammlung zeitgenössischer Kunst.
Internationale zeitgenössische Kunstwerke, Gemälde und Zeichnungen, Fotografien, graphischen Arbeiten, Skulpturen und Installationen stammen aus der Sammlung des Kurators Joachim Becker, die dieser zu dem Thema "Behausung" zusammengefügt hat. Die abstrakten und figurativen Werke namhafter Künstler wie Jacqueline Diffring, Elvira Bach, Allen Jones, Albert Merz, Guillem Nadal, Kyoeng Sub Yue - um nur einige zu nennen - sollen zu Kontemplation und innovativem Denken anregen.

Die neuen Betreiber möchten Schloss Reichenow als einzigartigen Veranstaltungsort und beliebtes Naherholungsziel reaktivieren. "Vor allem aber soll es wieder zum Stolz des Dorfes werden. Es ist überliefert, wie eng das Verhältnis der einstigen Schlossherren zu den Dorfbewohnern war. Man ging im Schloss wie selbstverständlich ein und aus und so wünschen wir es uns zukünftig auch. Unser neues Restaurant und kleine kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte sollen dazu beitragen, dass sich nicht nur die Hotelgäste, sondern auch die Menschen aus der Umgebung bei uns wohlfühlen", erläutert Gastgeber und Direktor Jan Henrik Eilers die Philosophie der neuen Betreiber.

Der 38jährige Berliner wurde zunächst im Hotel Palace von Sternekoch Matthias Buchholz ausgebildet und studierte auf der Hotelfachschule Berlin, die er 2011 als Betriebswirt für Hotellerie und Gastronomie mit Auszeichnung abschloss. Die Liebe zur Hotellerie bekam er schon in die Wiege gelegt, denn sein inzwischen pensionierter Vater Hans Eilers war fast 35 Jahre Direktor des legendären Hotel Savoy Berlin.

Seine Mutter Ulrike Eilers betrieb bis 2017 das Hotel Altberlin, dem Jan Henrik Eilers seit 2013 als verantwortlicher Direktor vorstand. Anfang dieses Jahres entschied sich die Familie, den Familienbetrieb an eine internationale Hotelkette zu übergeben und sich dem idyllisch gelegenen Hotel Schloss Reichenow zuzuwenden.

Wer mehr erfahren möchte: http://schlossreichenow.com/

Angefügte Bilder:
Sie haben nicht die nötigen Rechte, um die angehängten Bilder zu sehen
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