H.-D. Stange erinnerte sich: Prötzel hat 1985 ein optisches Visier mit sehr hoher Reichweite bekommen, da haben die Funkorter immer tolle Geschichten erzählt, was man angeblich auch ebenerdig alles so damit sehen konnte. 😉
Das hat elektronische Störungen ja obsolet gemacht, gegen die Sonne war natürlich die Sicht quasi gleich Null. Angeblich SOLL es auch Möglichkeiten gegen ARM (Anti Radar Missiles) gegeben haben, ist mir aber nicht mehr bewusst. Im Prinzip war die S-75 in den 80ern schon veraltet, nur die schiere Menge vorhandener Systeme hat die Lufthoheit noch mit gesichert.
Kabine PW mit teleoptischen Visier des Komplex S-75
Dazu die entsprechende Stellung in der FRA Prötzel. Die Bäume waren damals noch nicht. Anfang der 80ger Jahren erfolgte in FRWL Pinnow die Modernisierung auf teleopt. Visier.
Die große breite waagerechte Antenne ist die Antenne "breiter Strahl Seitenwinkel" und die senkrechte große ist "breiter Strahl Höhenwinkel". Die Schwenkdiagrammbreite betrug 20 Grad. Die 2 Spiegel oben sind die Antennen "schmaler Strahl" mit einer Schwenkdiagrammbreite von 7 Grad. Links die Antenne für den Raketenkommandosender.
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Die Kamera für den TOK ( Teleoptischer Kanal) war Anfang der 80er die Antwort auf die ELOKA Systeme der NATO.
Manch einer konnte sich auch ein Bild von der Technik des Tornado machen. Das war schon sehr sinnvoll. Die Anti Funkmessrakete HARM wurde bzw. wird in den aktiven Leitstrahl geschossen. Mit dem TOK wurde die Zeit zwischen Zielauffassung und Raketenstart komplett passiv gestaltet. Es soll sogar möglich gewesen sein, dass die Rakete passiv, also ohne Abstrahlung der RLS gestartet wurde und mit dem ersten Lenkkommando dann erst aufgeschaltet wurde. Wenn ich richtig liege, dann konnte mit dem TOK eine Aufklärungstiefe bis zu 35km erreicht werden. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube da waren sogar Zeiss Optiken drin. Wie auch immer, schöne Kabine PW.
Ja, das war schon gefährlich neben der möglichen Feindeinwirkung: 1. Hochspannung 15.000 Volt...diese Spannung wurde im Modulator noch verdoppelt also 30 kV 2. Drehung der Kabine auf der Lafette - da durfte man auf keinen Fall stolpern 3. Luftdruck - in den 2 Gasflaschen war ein sehr großer Druck bis 150 at -da ist ein Ritt durch die Luft....Die Luft war für den Druck in den Hohlleitern gedacht.... na ja und 4. Strahlung.....habe gehört, dass in Pinnow nur mit Bleischürzen gearbeitet wurde...Personal vor Ort hatte keine 5. extremes Magnetfeld für das Magnetron - besser, man ging nicht zu nah mit einer Zeigeruhr an den Dauermagneten.....
Das Wachgebäude in der neuen Raketenstellung der FRA 162 Prötzel .79 war es sehr eng da noch keine HSA vorhanden ,aber 2 Wachmannschaften Nachts vor Ort sein mussten .
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Wir hatten einmal Tarnung, im Winter 79 sollte der Armeegeneral Heinz Hoffman die neue Stellung in Prötzel besuchen. Es wurde drei Tage und Nächte gearbeitet. In der Stellung wurden bei -10grad ,Rohre in die Erde gekloppt und da wurden kleine Bäume rein gesteckt. Ratet mal wer nicht kam .